Gemeinde Chamerau

Herold_AltbürgermeisterGroßes für die Gemeinde geleistet

Frieder Herold im Rahmen eines Festakts zum Altbürgermeister ernannt

Chamerau. Mit einem Festakt im Gasthaus Baumgartner, zu dem sich die Mitglieder des Gemeinderates, Geschäftsleiter Reinhold Fischer, Altbürgermeister Klaus Irrgang, Pfarrer Kilian Limbrunner sowie Abordnungen der Chamerauer Vereine versammelt hatten, nahm Frieder Herold, begleitet von seiner Gattin Mathilde, die Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister“ entgegen. Die Verleihungsurkunde überreichte Bürgermeister Stefan Baumgartner im Namen des Gemeinderates und der Bürgerschaft an Frieder Herold, der von 1996 bis zum Jahre 2008 Bürgermeister von Chamerau war.
„Ehrungen – das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigsten Tag hat!“, zitierte sein Amtsnachfolger Stefan Baumgartner zu Beginn seiner Laudatio Bundeskanzler Konrad Adenauer. So gesehen sei dieser Tag für die Gerechtigkeit ein besonders liebenswürdiger Tag und für die Geschichte der Gemeinde Chamerau ein freudiges Ereignis. „Vom ersten Tag an haben Dich Energie, Zielstrebigkeit, Kompetenz und Kreativität ausgezeichnet“, sagte Chameraus Bürgermeister über seinen Amtsvorgänger. Zwölf Jahre lang sei Herold über die Gemeinde- und Landkreisgrenze hinaus als besondere Persönlichkeit anerkannt gewesen. Für den „Frieder“, so Baumgartner, sei es von Anfang an Ziel gewesen, etwas für seine Heimat bewegen zu wollen. Insgesamt wurden unter seiner Zeit als Bürgermeister 6,3 Millionen Euro investiert.
In der Gemeinderatssitzung vom 15. Januar 2015 hat der Gemeinderat beschlossen, Frieder Herold aufgrund seiner kommunalen Verdienste um die Heimatgemeinde Chamerau den Titel „Altbürgermeister“ zu verleihen. Die Gründe für die Verleihung listete Bürgermeister Baumgartner im Einzelnen auf.
1984 ist Frieder Herold in den Gemeinderat der Gemeinde Chamerau gewählt worden. Bis 1996 war er im Gemeinderat vertreten, 1996 trat er als Bürgermeisterkandidat an. Nach einer Stichwahl trat er am 1. Mai 1996 das Bürgermeisteramt an. Bei der Wahl 2002 ohne Gegenkandidat wurde Herold im Amt für weitere sechs Jahre mit einem Wahlergebnis von 96 Prozent bestätigt. „Das Amt des 1. Bürgermeisters wurde von Dir von 1996 bis 2008, also zwölf Jahre, mit bestem Wissen und Gewissen zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde ausgeführt“, so Baumgartner. Auf eine erneute Kandidatur hatte Herold verzichtet, um auch noch seine Pension in Ungarn genießen zu können.
In Herolds Amtszeit fielen zahlreiche Projekte und Baumaßnahmen sowie diverse Ausstattungen der kommunalen Infrastruktur. Er war maßgeblich am Erfolg und der positiven Ortsgestaltung durch die Dorferneuerung und Flurbereinigung beteiligt. Insgesamt wurden rund 4,5 Millionen Euro an Fördergeldern des Freistaats Bayern nach Chamerau geholt.
Auch zahlreiche Anschaffungen für die Feuerwehren im Gemeindebereich wurden unter Herolds Amtszeit getätigt. Im gemeindlichen Bauhof wurden eine Vielzahl von Fahrzeugen sowie Kleingeräte angeschafft.
Infrastruktur verbessert.
Die wahrscheinlich größte Herausforderung während der zwölfjährigen Bürgermeisterzeit von Frieder Herold war die Fertigstellung der Kanalisation und Wasserversorgung in der Gemeinde, wie zum Beispiel Hörwalting und Staning.
Auch der Straßenbau trage Herolds Handschrift. Als Beispiele nannte Bürgermeister Baumgartner die Sanierung der Berg-, Bach- und Kötztinger Straße, die Zufahrt zum Sportplatz und vieles mehr. Auch alle anderen 82 Gemeindestraßen wurden auf Vordermann gebracht.
Die Ausweisung von Baugebieten in Chamerau und Lederdorn haben Früchte getragen und stellen somit den Fortbestand von Kindergarten und Schule sicher. Schließlich wurde auch das Gewerbegebiet „In der Grube“ unter seiner Zeit als Gemeindeoberhaupt erweitert.
In Angriff genommen wurde auch die längst überfällige Anschaffung eines Computernetzwerkes für die Verwaltung.
Der Bau der Ortsumgehung Hörwalting mit der Fußgängerunterführung Chamerau wurde ebenfalls unter Herolds Amtszeit begonnen. Das größte Projekt war der Umbau der Wehranlage mit Bootsrutsche, Fischtreppe und Wasserrad sowie dem angegliederten Park und Abenteuerspielplatz. „Um dieses Naherholungsgebiet werden wir dank Deiner Weitsicht und deines Engagements sehr beneidet!“ Nicht so erfreulich war die Bewältigung des verheerenden Augusthochwassers im Jahr 2002. In Folge davon konnten Leichenhaus, die Parkplätze und der Tennisplatz durch Sonderfördertöpfe saniert werden.
Für Bürger und Vereine da
Ein besonders Steckenpferd von Frieder Herold sei die jährliche Ausrichtung der Seniorenweihnachtsfeier in Chamerau und Lederdorn gewesen. Auch für die Vereine habe er immer ein offenes Ohr gehabt und unzählige Schirmherrschaften übernommen. Das Chamerauer Brückenfest, welches anlässlich der Einweihung des Wasserrades stattfand, ist Herolds Verdienst. Besonderes Highlight war nicht nur das Ambiente auf der Brücke, sondern auch das große Feuerwerk am Regen.
Die Aufzählung könnte noch weiter fortgesetzt werden, so Bürgermeister Baumgartner, der Frieder Herold Dank sagte für die 24-jährige kommunale Tätigkeit, davon zwölf Jahre als 1. Bürgermeister.
„Lob prächtig ausgefallen“
Herold bedankte sich für den festlichen Abend. An seinen Nachfolger im Bürgermeisteramt gewandt, sagte er: „Lieber Stefan Baumgartner, in Deiner Rede ist das Lob für mich ganz schön prächtig ausgefallen. Das freut mich natürlich, und mit Worten, die aus dem Herzen kommen, sage ich Dank dafür. Diese Anerkennung, diese Ehre, von der Du gesprochen hast, möchte ich nicht allein auf mein Konto buchen“. Das Vertrauen der Bürgerschaft habe ihn zweimal in dieses Amt berufen und ihn auch während der ganzen Amtszeit getragen, so dass ihm dieses Amt nie zur Last geworden sei.
In den langen Jahren seiner Amtszeit hätten ihn die Mandatsträger der Gemeinde mit Wohlwollen, Einsatz und Hilfe begleitet. Auch dafür danke er, sowie auch den Vereinen und den vielen Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren. In der Verwaltung habe eine wohltuende, zielführende Arbeitsatmosphäre geherrscht, in der sich alle als ein Mitglied des Gemeindeteams gefühlt hätten und Verwaltung ganz einfach funktioniert habe. Auch an seine Frau richtete Frieder Herold Worte des Dankes.
Schließlich äußerte der nunmehrige Altbürgermeister noch einen Wunsch: Möge für unsere Gemeinde weiter gelten: Es ist gut leben in Chamerau!“. Dem offiziellen Teil des Festaktes folgte ein gemütliches Beisammensein bei guter Unterhaltung und einem kleinen Imbiss.
In Würdigung seines Wirkens als Bürgermeister verlieh der jetzige Bürgermeister Stefan Baumgartner (Mitte rechts) im Beisein der Ehrengäste den Titel Altbürgermeister an Frieder Herold (Mitte links).