Gemeinde Chamerau

Kleine EntdeckerEntdeckertag im Projekt „Kleine Entdecker“ in Chamerau

Stellvertretender Landrat Markus Müller würdigte das große ehrenamtliche Engagement in Chamerau

Landkreis/Chamerau. Zum Auftakt des Entdeckertages im Projekt „Kleinen Entdecker“ wurden die Gäste mit einem Lied von den Kindergartenkindern und einem Gedicht der Grundschüler begrüßt.  Karlheinz Sölch vom Treffpunkt Ehrenamt im Landratsamt Cham konnte neben Landratsstellvertreter Markus Müller, Bürgermeister Stefan Baumgartner, Pfarrer Kilian Limbrunner auch den Regionaldirektor Rudolf Pitzl von der LBS, Vorstandsmitglied Theo Schneidhuber von der Sparkasse, vom Jugendamt Ilona Jilek und Markus Biebl, den Elternbeirat des Kindergartens, die Grundschule mit Rektorin Gabriele Rötzer sowie viele Ehrenamtliche, angeführt von Karin Zollner und Johann Fersch, die sich in das Projekt mit einbringen, begrüßen.
Karlheinz Sölchs Dank galt bei der Begrüßung dem Personal des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ für die Übernahme der heutigen Veranstaltung. Sein besonderer Dank richtete sich an Gabi Aschenbrenner vom Treffpunkt Ehrenamt die dieses Projekt von Anfang an koordiniert. Für sie sei diese Aufgabe mittlerweile zu einer Herzensangelegenheit geworden. Die Erfolgsgeschichte von „Kleine Entdecker“ die jetzt in seinem zweiten Jahr im Landkreis Cham mit bereits 32 Kindergärten und Kindertagesstätten läuft, ist vor allem ein Verdienst von Gabi Aschenbrenner.
Dass Mathematik und Physik nicht gerade die Lieblingsfächer in der Schule seien, weiß Karl Heinz Sölch. Deshalb sei es umso wichtiger, diese mit praktischen Beispielen zu unterlegen. Kinder sollten ihre Lust und Neugier aus dem Experimentieren heraus entwickeln. Er bezeichnete das „Kleine Entdecker" Projekt als Generationen übergreifend. Denn gefragt seien hier Menschen, die die Freude am Experimentieren bewahrt haben und sie an die Kleinen weitergeben möchten. Die interessierten Ehrenamtlichen würden für diese Aufgabe in den Kindergärten und -tagesstätten natürlich geschult. Ziel sei es, dass dann Ehrenamtliche mit Hauptamtlichen zusammenarbeiten. Natürlich sei es aber den Kindergärten selbst überlassen, wie und in welcher Form sie solche Experimentierstunden anbieten. Im Vordergrund stehe, den Wissensdurst ohne Leistungsdruck zu fördern.
Die Freiwilligen Agentur Cham beteiligt sich an „Kleine Entdecker", einer Bildungsoffensive zur naturwissenschaftlich-technischen Förderung in Kindergärten und Kindertagesstätten, von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen (lagfa Bayern). Das Projekt wird seit 2012 an ausgewählten Standorten in allen bayerischen Regierungsbezirken durchführt. Neben Cham nehmen Kindergärten und Kindertagesstätten in den Städten und Landkreisen Augsburg, Ansbach, Bamberg, Burghausen, Dingolfing-Landau, Freilassing, Kitzingen, Ingolstadt, Nürnberg, Schrobenhausen, Schwandorf sowie dem Unter- und Oberallgäu am Projekt teil. Der Kindergarten „Villa Kunterbunt“ gehört zu den 32 Einrichtungen, die vom Chamer Koordinierungszentrum für bürgerschaftliches Engagement (Treffpunkt Ehrenamt) betreut werden. Die Bayerische Landesbausparkasse (LBS) und die Bayerische Sparkassenstiftung unterstützten das Projekt zu gleichen Teilen und stellen mit diesem sozialen Engagement sicher, dass die Idee vom Forschergeist in die Fläche getragen werden kann.
Die von Science-Lab, einer unabhängigen und gemeinnützigen Bil¬dungseinrichtung fachlich geschulten Freiwilligen unterstützen das pä¬dagogische Fachpersonal in den Kindergärten bei ihrer Aufgabe. 30 Ehrenamtliche sind mittlerweile im Landkreis Cham unterwegs. Gabi Aschenbrenner, die Projektkoordinatorin für „Kleine Entdecker" im Treff¬punkt Ehrenamt, zieht eine durchweg positive Bilanz nach einem Jahr: „Es ist sehr schön zu sehen, wie die Kinder und die Freiwilligen zusam¬men Neues im Alltäglichen entdecken. Unsere Freiwilligen sind mit sehr viel Enga¬gement und großer Freude dabei und erzählen begeistert von ihren Er-lebnissen mit ihren jungen Forschern".
"Warum kommt aus dem Föhn Luft? Wieso wird Wasser zu Eis?" Diese und viele andere Fragen interessieren nicht nur große, sondern auch schon kleine Kinder. Wer wissen will, wo der Regenbogen herkommt oder warum es keine eckigen Seifenblasen gibt, der kann die Kinder aus dem Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Chamerau fragen. Denn sie sind „Kleine Entdecker" und machen sich seit vergangenem Jahr daran, ihre Fragen zu Naturphänomenen selbst zu beantworten und ihren Forscherdrang zu stillen. Heute haben sie in ihren Kindergarten zu einem Forscher-Parcours ein¬geladen und an drei Stationen den Gästen gezeigt, was sie in den ver¬gangenen Monaten gemeinsam an spannenden Entdeckungen gemacht haben.
An Station eins wurde anschaulich demonstriert, wie man Farben trennen und mischen kann. Aufgeklärt wurden die interessierten Beobachter auf die Frage: Warum sehen wir die Farben nur, wenn das Licht durch einen Kristall, eine Feder oder einen Regentropfen fällt, und nicht immer. Beim Versuch von Landratsstellvertreter Markus Müller, der während des Experiments an dem er sich aktiv beteiligte auf eine andere Station wechseln wollte wurde er von einem aufgeweckten „Kleinen Entdecker“ mit den Worten „Du bleibst jetzt da, wir sind noch nicht fertig“ zum Bleiben aufgefordert.
Mit einem Luftballon, Trichter, Wasser und Zwieback demonstrierten die Entdecker „Wie sollte man und Warum muss man beim Essen kauen“?
An Station drei wurde ein Thermometer gebaut.  Benötigt wurde dazu eine kleine Glasflasche mit engem Hals und Deckel, ein dünner Trinkhalm, Knetmasse, Klebeband, Lebensmittelfarbe, ein kleines Stück Papier, Filzstift, Bleistift, Schere, Lineal und ein Messbecher mit Wasser. Von den Gästen hörte man bei diesem Versuch des Öfteren „das, das so geht und funktioniert, hätte ich nicht gedacht“ worauf die „Kleinen Entdecker“ und Thermometerbauer natürlich sehr Stolz waren.
Als kleine Anerkennung für die gezeigten Experimente wurden die Kleinen vom Landratsamt zu einem Eisessen eingeladen, was mit Freude von allen Kindergartenkindern gerne angenommen wurde.
In einer Gesprächsrunde standen anschließend alle Ehrengäste Rede und Antwort.  Alle Redner waren sich einig, dass die Auswirkungen des Projektes noch gar nicht abzusehen seien, aber schon die ersten Erfahrungen seien durchwegs positiv. Dass man mit der Förderung von Kindern möglichst früh anfangen müsse, denn hier gelte die alte Volksweisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr”.
Stellvertretender Landrat Markus Müller blickte in seinen Dankesworten kurz zurück. Hätten die Kinder früher noch draußen im Freien gefahrenlos herumexperimentieren und spielen können, so sei dies heute kaum mehr möglich. Dabei sei es wichtig Kinder für naturwissenschaftliche Themen zu begeistern und ihnen schon frühzeitig, auch im Hinblick auf ihre spätere berufliche Zukunft die Freude daran zu vermitteln. Die Erfahrungen, die junge Menschen diesbezüglich jetzt schon machen würden, seien sehr wertvoll. Müller zeigte sich erfreut, dass der Landkreis Cham bei diesem Projekt mit dabei ist. Wir hätten es selbst in der Hand, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Jedes Kind solle eine Chance bekommen, seine Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Kinder müssten lernen, mit Verantwortung umzugehen, und daraus sollten sich selbstbewusste und starke Persönlichkeiten entwickeln.  Müller sprach den Verantwortlichen großes Lob aus, dass sie sich diesem zukunftsorientierten Projekt annehmen. Weiterhin wünschte Müller viel Kraft und Erfolg bei der Arbeit mit den Kindern.
Rudolf Pitzl, Regionaldirektor der LBS für die Oberpfalz, dankte den Erzieherinnen und ehrenamtlichen Helfern. Mit finanziellen Mitteln ein solches Projekt zu unterstützen, sei das eine. Aber es mit Leben zu füllen und zum Erfolg zu bringen, das könnten nur die motivierten Erzieherinnen und die Freiwilligen.
Sparkassenvorstand Theo Schneidhuber der Sparkasse in Cham, wies darauf hin, dass Naturwissenschaft und Technik in vielen Berufsfeldern eine Rolle spiele. Das gelte für internationale Konzerne wie für das heimische Handwerk. „Wenn wir unseren Kindern die Möglichkeit geben, schon in jungen Jahren ihrer Neugier und ihrem Forscherdrang nachzugehen, dann ist das nicht nur Berufsförderung, wir fördern damit auch ganz konkret unsere Region.“

„Ich bin stolz und dankbar“ so Bürgermeister Stefan Baumgartner, dass der erste „Entdeckertag“ im Landkreis Cham in den Räumen der „Villa Kunterbunt“ in Chamerau stattgefunden hätte. Dass dieses Projekt sehr gut ankomme, beweise die Tatsache, dass Chamerau seit Einführung von „Kleine Entdecker“ mit an Bord sei. Welche Fachrichtung die Kinder wählten, entscheide sich nicht erst kurz vor dem Schulabgang, sondern schon wesentlich früher. „Vermutlich bereits im Kindergarten.“ Wie wertvoll das spielerische Kennenlernen und Begreifen für die Kinder in unserer von Wissenschaft und Technik geprägten Welt sei, dürfe nicht unterschätzt werden.
Stellvertretende Kindergartenleiterin Sigrid Wühr und Projektleiterin Sonja Steinkirchner bestätigten übereinstimmend, dass sich die Kinder immer sehr auf ihren Unterrichtstag freuen, und lobten den pädagogischen Ansatz des Projekts: „Kleine Entdecker", gewährt den Kindern einen experimentellen Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Themen, der ihrem For¬scherdrang und ihrer Welt entspricht. Es weckt bei ihnen die Neugierde und erweitert spielerisch das Wissen.
Alle interessierten Kindertageseinrichtungen und Freiwillige im Landkreis Cham sind herzlich aufgerufen, sich bei Karlheinz Sölch oder Karin Zollner im Treffpunkt Ehrenamt zu melden unter Telefon 0 99 71/78-285 oder per Email karlheinz.soelch@lra.landkreis-cham.