Gemeinde Chamerau

Wetter als BauhelferWetter als „Bauhelfer“ des Bürgerhauses

Auf der Baustelle des ehemaligen Haus des Gastes „rührt sich was": Die Bauarbeiten zur Errichtung eines Bürgerhauses mit integriertem Rathaus kommen flott voran.

Chamerau. Es muss weiter vorangehen. Im September soll schließlich Richtfest gefeiert werden. Und es geht voran. Schnell, effizient, reibungslos. Das „Bürgerhaus“ wächst täglich ein Stück mehr, nimmt immer konkretere Konturen an. Aktuell mauern,hämmern, bohren und betonieren rund 10 Bauarbeiter an dem noch rotem Ziegelbau. Temperaturen über 30 Grad sind da kein Problem für die Bauarbeiter.
„Wir liegen im Zeitplan”, teilt Bauleiter Ulrich Freimuth von der ausführenden Baufirma Zankl aus Viechtach, auf Nachfrage zufrieden mit. Das moderate Wetter habe bislang erfreulicherweise noch zu keinen Verzögerungen geführt. Das ist gut für die Firma Zankl, schließlich gibt es noch viel zu tun - und da ist ja noch der Richtfesttermin, der zwar langsam, aber absehbar seinen Schatten vorauswirft. Wann genau, das werde noch bekanntgegeben, so Bauleiter Freimuth.
Seit dem Spatenstich Ende April hat sich auf der Baustelle einiges getan: Das Erdgeschoss des Rathauses neben dem Bürgerhaus steht bereits. Die Lücke zwischen Rathaus und Bürgerhaus weist den Weg zum künftigen Haupteingang. Erfreulich, so viele „Baubeobachter“ aus Chamerau, die den Baufortschritt der letzten Wochen verfolgten, dass mit dem Neubau eine Integrierung des Rathauses in das Bürgerhaus nun Wirklichkeit wird.
 „Es ist das größte Bauwerk seit dem Kläranlagenbau vor 30 Jahren das in Chamerau zurzeit erstellt wird“, betonte Bürgermeister Baumgartner bei seinem täglichen Gang zur Baustelle um den Baufortschritt zu verfolgen. Das neue Bürgerhaus werde ein wesentlicher Fortschritt nicht nur für die Vereine-, sondern auch ein Gewinn für Gäste und Bürger sein und die Lebensqualität mit dem Wohnwert der Gemeinde steigern. Angesichts der demografischen Entwicklung sei es besonders wichtig, erklärte Stefan Baumgartner, dass die Kommune auch für junge Familien attraktiv bleibe, der ländliche Raum seine Anziehungskraft nicht verliere und einer Abwanderung gegensteuere.
Die Planungen waren laut Bürgermeister in den letzten vier Jahren „teils recht turbulent verlaufen und mit erheblichen Diskussionen verbunden” - wozu auch die Frage gezählt habe „Sanierung oder Neubau“. Zur Einsparung von Betriebskosten durch neue Techniken komme der Neubau die Gemeinde um eine Million Euro günstiger als die Sanierung. Doch dies sei nun Vergangenheit. Die Planer haben zudem mit Ihrem Entwurf auch einen außergewöhnlichen Baukörper geschaffen, der in der Ortsmitte einen neuen Akzent setzen wird. Insbesondere durch den schwach gewinkelten, ebenerdigen Bau wird man ein Rathaus verbunden mit einem Bürgerhaus durch einen offenen Eingangsbereich bekommen.
Die Fassaden der überbauten Fläche von 855 Quadratmetern mit einem Brutto-Rauminhalt von 4484 Kubikmetern werden transparent verglast und mit markanten Holzstrukturen versehen. Eine eigenständige Geometrie bekommt der Saal. Die Anordnung im Gelände erlaubt nicht nur die Nutzung der dort bereits vorhandenen Parkplätze, sondern ergibt zwischen den ebenfalls schon bestehenden Gebäuden des Kindergartens, der Schule und der Sporthalle einen wunderschönen Innenhof, der in Zukunft auch zu Veranstaltungen, in Verbindung mit dem neuen Bürgersaal, der Cateringküche und dem neu geschaffenen Toilettentrakt genutzt werden kann.
Die kalkulierten 2,2 Millionen Euro würden der Gemeinde zwar einen finanziellen Kraftakt abverlangen, so der Bürgermeister: „Doch der gute Zweck muss uns das wert sein.“ Bei geringer Verschuldung könne die Kommune getrost ans Werk gehen. Da es für das Projekt keinerlei Fördermittel gebe, kann man den rechtlichen Tücken solcher Bauprojekte ausweichen. Der Gemeinderat hatte beschlossen, einen Bauträger mit der KFB einzuschalten. Der Vorteil des „Zwischenschaltens“ der KFB zwischen Gemeinde und Baufirmen liege in der Möglichkeit bei den noch folgenden Gewerken, unter anderem Pauschalpreise zu vereinbaren oder nachzuverhandeln.
Bürgermeister Stefan Baumgartner nach der Baustellenbesichtigung: Alles läuft nach Plan, die Arbeiten liegen in der Zeit, ich bin sehr zuversichtlich das der Termin zur Einweihung im Mai 2016 eingehalten werden kann. Passend zum hochsommerlichen Wetter herrschte am Montag auch bei der Baufirma eitel Sonnenschein über den Baufortschritt.
 Die letzten Quadratmeter der Außenmauer gehen in den nächsten Wochen ihrer Vollendung entgegen.