Gemeinde Chamerau

Tag der offenen Tür

Bürgerhaus: Eine Stätte der Begegnung

Feierliche Einweihung – Positive Resonanz über gelungenes Bauwerk – Festzug und Ansprachen

Chamerau. Die Einweihung des Bürgerhauses am Sonntag, das war mehr als eine der üblichen Feierlichkeiten mit dem Herabflehen von Gottes Segen und der Gratulation zu einem architektonisch gelungenen Werk. Hoffnungen und Erwartungen wurden damit verbunden. Für Chameraus Bevölkerung beginnt mit dem Bauende und der heutigen Einweihung erst der Anfang.
Nach der Aufstellung zum Kirchenzug, wozu man sich am Bahnhof formierte, folgte ein langer Zug mit Ehrengästen, dem Gemeinderat, den 23 Vereinsabordnungen und der Gesamtbevölkerung zur Kirche Peter und Paul. Der Zug wurde angeführt von der Blaskapelle Kerscher, die auch den Gottesdienst musikalisch begleitete. „So voll war die Kirche schon lange nicht mehr”, freute sich Pfarrer Kilian Limbrunner bei der Begrüßung.
Für mehr Gemeinschaft
Mit ihm erlebten zahlreiche Ehrengäste den Festgottesdienst. Das Bürgerhaus, so Pfarrer Kilian Limbrunner in seiner Predigt, solle für alle eine Stätte der Begegnung sein. „So viele jammern, dass die dörflichen Gemeinschaften sterben, dass statt Dorfgemeinschaft, gute Nachbarschaft und Gemütlichkeit nur noch Stress und Hektik herrschen. Ja viele beklagen dies freilich zu Recht und legen doch selbst fleißig Hand mit an als Totengräber alter Bräuche und Sitten“, so der Geistliche. „Haben steht im Vordergrund, nicht das Sein“, das Ego, nicht die Gemeinschaft. Heimat, Gemeinschaft gestalten, das Miteinander in der dörflichen Gemeinschaft sind wichtige Ziele. Liebe Mitglieder der Vereine, das müsst und sollt ihr in der Zukunft weiter selbst verwirklichen. Und nur wer unverfälschte Kameradschaft, Gemeinschaft und Nachbarschaft pflegt, der schaut auch über den eigenen Kirchenturm hinaus.“
Nach der Kirche nahm man dann Aufstellung zum Festzug, der über die Schulstraße zum Bürgerhaus führte. Im Anschluss an die Begrüßung des Bürgermeisters spendeten Pfarrer Kilian Limbrunner und sein evangelischer Amtskollege Stefan Nagel dem Bürgerhaus den kirchlichen Segen. Nach den Einweihungsfeierlichkeiten begab man sich in die Turnhalle, die noch am Morgen wegen der angemeldeten Schlechtwetterfront von den Bauhofmitarbeitern zum Festsaal umgewandelt wurde.
Neuer Mittelpunkt
Im Festsaal begrüßte Bürgermeister Stefan Baumgartner  Landrat und Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler, Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, MdL Dr. Gerhard Hopp,die Bürgermeisterkolegen Franz Piendl, Hans Aumeier, Wolfgang Eckl, Ludwig Klement, Daniel Paul, Michael Multerer, Sepp Dachs, Paul Roßberger, Ludwig Fischer, Franz Müller, Sepp Schmid und von der Gemeinde Wald die 3. Bürgermeisterin Karin Hirschberger. Von der Gemeinde Chamerau die beiden Stellvertreter Christian Glonner und Hans Robl sowie die Mitglieder des Chamerauer Gemeinderates.
Sein ganz besonderer Gruß galt den beiden Amtsvorgängern und Altbürgermeistern Klaus Irrgang und Frieder Herold sowie den Bürgermedaillenträgern der Gemeinde, Michael Irrgang, Konrad Waschler, Berta Robl, Emil Polz und Josef Speckner.
Ein Herzliches grüß Gott galt dem Kreisbrandrat Johann Weber und den 23 Vereinen die mit starken Abordnungen an der Bürgerhauseinweihung teilnehmen. Last baut not least darf ich die am Neubauprojekt beteiligten Personen begrüßen, dies sind: Rechtsanwalt, Andreas Hilge, Frau Dr Fischer von der Unikredit Bank Nürnberg, die KFB aus Reuth vertreten durch die Chefs Frau Rüger, Matthias Henfling sowie Herrn Leberkern als Projektverantwortlichen. Das Architektenbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting mit Geschäftsführer und Planer Markus Weber und seinem Büroangestellten.
Herzlich begrüßen möchte ich die Verwaltung der Gemeinde Chamerau allen voran Geschäftsstellenleiter Reinhold Fischer als Hauptakteur des Bürgerhauses und die Kapelle Kerscher aus Roding!
„Es ist geschafft – was lange währt, wird endlich gut“, mit diesen Worten begann Bürgermeister Baumgartner seinen Rückblick auf eine oft hektische, aber auch erfolgreiche Zeit. Die Bürger hätten jetzt einen attraktiven neuen Mittelpunkt im Ort bekommen. „Mit dem Bürgerhaus haben wir einen wunderbaren Treff- und Begegnungsort gewonnen. Nach monatelanger Planung und Bautätigkeit liegt jetzt das Ergebnis vor uns, das sich sehen lassen kann. Dass ich bereits heute hier stehen kann und das vollendete Werk seiner Bestimmung übergeben darf, hätte ich mir bei meinem Amtsantritt 2008 nicht träumen lassen“, sagte er. Und: „Hier ist ein Treffpunkt entstanden, der nicht nur von der ganzen Gemeinde genutzt werden kann, sondern der auch allen, Jungen wie Alten, Familien und Vereinen, Einheimischen und Gästen zugutekommt. Das Haus wartet jetzt nur darauf, dass es von der Bevölkerung mit Leben erfüllt wird, ich bin mir sicher, dass es aus Chamerau schon bald nicht mehr wegzudenken sein wird.“
Lebensqualität
Lob zollte Landrat Franz Löffler der Gemeinde, die das richtige Augenmaß für das Machbare gehabt habe. Mancher werde sich vielleicht fragen, ob diese Ausgaben für dieses Haus gerechtfertigt seien. „Doch alle, die vor diesem Bürgerhaus stehen, können mit Fug und Recht sagen: „Sie sind es! Hier ist ein Stück Lebensqualität mehr in der Gemeinde Chamerau geschaffen worden.“
Hier seien nicht nur ein Rathaus und ein Veranstaltungssaal, sondern es sei auch eine neue Ortsmitte entstanden, die durch den großen Vorplatz als Festplatz genutzt werden kann. Mit den Worten: Glückauf der Gemeinde Chamerau und ihren Bürgerinnen und Bürgern, überreichte Landrat Löffler ein Gastgeschenk, dies war eine gestickte Tischfahne für den Sitzungssaal und die Bayerische Bürgermeistermedaille für die Gemeinde Chamerau am hellblauen Seidenband; Hersteller ist das Bayerische Hauptmünzamt in München. Die Medaille so Landrat Franz Löffler ist das fünfte silberne Hoheitszeichen für die Gemeinde Chamerau nach den Jahren 1827/1828, 1837, 1884 und 1915. Während die ersten drei Stücke verschollen sind, wurde die Bürgermeistermedaille mit dem Porträt König Ludwig III. aus dem Jahr 1915 von Bürgermeister Stefan Baumgartner relativ kurz nach seinem Amtsantritt im Archiv im Keller der Gemeindekanzlei entdeckt. Als Zeichen kommunaler Selbstverwaltung besitzt die Gemeinde nun neben einem Stück aus monarchischer Zeit nun nach 101 Jahren auch eine republikanische Bürgermeistermedaille mit dem kleinen bayerischen Staatswappen.
Multifunktional
Da ist die Heimat mein, könnt nirgends schöner sein.“ Mit diesen Worten aus dem Chamerauer Heimatlied begrüßte Architekt Markus Weber die Gäste und erklärte, dass es sich hier um eine Passage des Chamerauer Heimatliedes handele und eigentlich nicht das neue Bürgerhaus gemeint sei. Wobei der Begriff „Heimat“ auch hier gut passt. Die Gemeinde baute ein Haus für alle Bürger, ein neues Zentrum für die Gemeinschaft und somit sicher auch ein Stück Heimat nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für Vereine und alle Bürger. Mit einer neuen Architektur setzt die Gemeinde ein Zeichen in unserer Heimat – hier sind wir daheim!
Unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst, würden sich, so Weber, die beiden Nutzungsschwerpunkte vereinen: Der Verwaltungsbereich hinter der Putzfassade bietet helle, freundliche, aber auch diskrete Büroräume. Holz prägt den Bürgersaalbereich. Multifunktional abtrennbar können hier Räume in verschiedener Größe von 30, 50, 80, 120 oder knapp 200 Quadratmetern generiert werden und Platz für bis zu knapp 300 Leute bieten. Das aufsteigende Dach schafft über der Nebenraumzone Raum für die Technik und das Gemeindearchiv und gipfelt im Bürgersaal, der mit einer kompletten Raumschale aus Holz in ein festliches Gewand gekleidet ist. So sind auch innen ortstypische, natürliche Materialien, eine freundliche und harmonische Atmosphäre geschaffen worden.
Um den gemeindlichen Haushalt nicht zu überstrapazieren, wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Die KFB aus Reuth kam nach einer Ausschreibung als Partner ins Boot. Liebe Frau Rüger, sehr geehrter Herr Henfling, Sie haben eine vielfältige Rolle einnehmen dürfen, als Projektsteurer, Finanzierungspartner, Auftraggeber und Bauherr. Danke für die gute Zusammenarbeit und sicher auch im Namen aller Baubeteiligten für das entgegengebrachte Vertrauen. Danke auch an Herrn Leberkern, unseren Ansprechpartner für seine ruhige, angenehme und faire Art.
Die KFB durfte als Partner eine vielseitige Schlüsselrolle mit vielen Funktionen bei diesem Projekt einnehmen. Eine Funktion wurde allerdings nicht so gebraucht: die Kostenbremse. Sehr früh war klar, dass unsere Kostenberechnungen sehr belastbar sind. Spätestens durch ein sehr erfreuliches Ausschreibungsergebnis zu einem wirtschaftlich perfekten Zeitpunkt konnte man getrost ins Projekt starten. In den veranschlagten Gesamtkosten für das Gebäude von rund 2,2 Millionen Euro konnte sogar ein Großteil der Außenanlagen mit abgedeckt werden.
Auch Frau Rüger von der KFB aus Reuth teilte diese Meinung, sie sprach eingangs ihrer Rede von einer Geschichte mit Happy End oder „Der Krimi von Chamerau“, Tatort: Chamerau. Der Tatbestand: Eliminierung des „Haus des Gastes". Das Ermittlerteam: Gemeinderat mit Bürgermeister, Verwaltung, Architekturbüro sowie die KFB. Die Tatverdächtigen: Baufirmen aus der Region, das Tatmotiv: Neubau eines Rathauses mit Bürgerhaus.
Mit der Entscheidung des Gemeinderates für einen Neubau anstatt der Sanierung des Haus des Gastes und des Rathauses und der Beauftragung der KFB Baumanagement GmbH im September 2014 durften wir Sie als Bauherr und Organisator der Maßnahme sehr eng begleiten, so frau Rüger.
Unendlich viele Gespräche mit Fachbehörden, mit den Planungsspezialisten, mit dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung folgten. Aber nicht nur das; ein wahrer „Ausschreibungskrimi" beginnt: 25 Gewerke wurden ausgeschrieben; es war immer wieder spannend, würden sich die Preise mit dem gesteckten Kostenrahmen vereinbaren lassen? Eingebunden wurden vor allem die regionale Wirtschaft, das regionale Handwerk und regionale Baufirmen.
Ja, und nun ist es fertig, das Schmuckstück. Kaum zu glauben - aber wunderschön. Also vielleicht doch eine Geschichte mit Happy End? Aus diesem Grund erlaube ich mir, auch einige Dankeschöns zu nennen: der Gemeinde Chamerau für das Vertrauen in die KFB, Geschäftsstellenleiter Reinhold Fischer für den guten Geist und stetige Energie, die er dem Projekt beisteuerte, dem Architekturbüro Schnabel&Partner mit Markus Weber und den bauausführenden Firmen für die gute und partnerschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit. Frau Dr. Fischer (UniCredit) für die Begleitung und Beratung bei der Einbindung der Finanzierungsmittel, Kollegen Freddy Leberkern und Stefanie Kramer für den unermüdlichen Einsatz um die Baustelle. Dafür, dass alle gemeinsam an einem Strang gezogen haben, um dieses Schmuckstück zu erstellen.
Das Bürgerhaus mit Außenanlagen soll eine ansprechende Anlaufstelle für die Bürger sein. Ein Ort der Begegnung für Groß und Klein, ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Raum für Gespräche, für Freud und Leid. Ein Platz für Feiern aber auch für Gute Entscheidungen des Gemeinderates. Schlichtweg: Alles Gute!
Nach einem Mittagessen in der Turnhalle war später noch reichlich Gelegenheit, das Bürgerhaus mit der Gemeindeverwaltung und dessen Amtsstuben zu besichtigen. Bei Kaffee und Kuchen, der am Verkaufsstand vom Kindergarten angeboten wurde, waren sich alle Besucher einig, dass sie endlich eine barrierefreie Gemeindeverwaltung vorfinden.
Zusammenhalt wichtig
Am Ende des Tages konnten alle Beteiligten auf eine sehr gelungene Bürgerhauseinweihung zurückblicken, das wieder einmal den Zusammenhalt und das Zusammenwirken der Chamerauer Ortsvereine und Bürger gefestigt hat.

Angeführt wurde der Einzug zum Festgottesdienst von der Kapelle Kerscher, diesen folgten die Ehrengäste, viele Vereine und Gottesdienstbesucher.
Viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft war zur Bürgerhauseinweihung in Chamerau zugegen.
Bis auf den letzten Platz gefüllt, war die Pfarrkirche beim Festgottesdienst.
Pfarrer Kilian Limbrunner und sein evangelischer Kollege Stefan Nagel übernahmen die Einweihung des Bürgerhauses.
Die Kapelle Kerscher spielte nach der Einweihung die Bayernhymne „Gott mit dir, du Land der Bayern“.
Voll besetzt war die Turnhalle zum Festauftakt.
Bürgermeister Stefan Baumgartner konnte bei seinen Begrüßungsworten viele Ehrengäste, Vereine und die Bevölkerung begrüßen.
Landrat Franz Löffler überreichte nach seinen Grußworten an Stefan Baumgartner für dessen Engagement beim Bürgerhausbau eine Tischfahne für den Sitzungssaal und die Bayerische Bürgermeistermedaille für die Gemeinde Chamerau.
Architekt Markus Weber bedankte sich bei allen für die gute produktive Zusammenarbeit vor und während der Bauzeit.
Nachdem Frau Rüger Dank für das Vertrauen in die KFB seitens der Gemeinde Danke sagte, übergab diese den symbolischen Schlüssel für das Bürgerhaus an Bürgermeister Stefan Baumgartner und die Gemeinde.