Gemeinde Chamerau

Bürgerversammlung 2016Chamerau freut sich über das neue Bürgerhaus

Bürgermeister Stefan Baumgartner legte eine Bilanz der kommunalen Arbeit vor.

Chamerau. Eine sehr umfangreiche Bilanz über die kommunale Arbeit im zu Ende gehenden Jahr legte am Freitagabend Bürgermeister Stefan Baumgartner im Bürgerhaus vor. Es hätten allerdings ein paar Zuhörer neben den 50 erschienenen Bürgern mehr sein können. Die gekommen waren, waren alle anscheinend wunschlos glücklich und hatten fast nichts anzumerken nach der rund zweistündigen, von Baumgartner vorgelegten Bilanz.
Die Bilanz, die Baumgartner verkünden konnte, stimme ihn zufrieden: „Chamerau hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt“, betonte er. „Die steigenden Einwohnerzahlen sind für uns Grund genug, die Möglichkeiten für neuen Wohnraum zu schaffen“, so der Bürgermeister.
Schuldenpaket verringert
Der Bürgermeister erläuterte den Haushalt mit seinen wichtigsten Einnahmen und Ausgaben, wobei er auch auf die aktuelle Entwicklung einging, die sich dank steigender Steuereinnahmen durchaus erfreulich darstelle. Trotzdem werde die Gemeinde ihren Fuß nicht von der Schuldenbremse nehmen und auch weiter durch sparsame Haushaltsführung darauf hinwirken, dass die finanziellen Belastungen der Gemeinde abgebaut werden.
Die Geburtenzahlen haben sich bei rund 20 eingependelt. Die Einwohnerzahl stieg wieder an und beträgt 2 632. Die Eheschließungen liegen mit elf nur leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. 19 Chamerauer Bürger musste man zu Grabe tragen. Die Zahl der Bauanträge erreichte im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen Höchstand, waren es 2014 noch 22 Anträge so waren es 2016 39 Anträge. Allerdings handle es sich bei ihnen fast ausschließlich um Neu- und Umbauten von Wohnhäusern. Das Straßennetz bereite Baumgartner Kopfzerbrechen. 83 Gemeindestraßen in 20 Ortsteilen - mit einer Gesamtlänge von 50,3 Kilometern - müsse man betreuen und unterhalten. "Mit unseren zwei Winterräumfahrzeugen stoßen wir manchmal an unsere Grenzen", sagte er. Auch der Straßenunterhaltszuschuss des Staates von 80 900 Euro pro Jahr reiche "hinten und vorne nicht". In der Gemeinde sind sechs Personen im Bauhof beschäftigt, zehn im Kindergarten und eine Person im Werstoffhof. Es gibt eine Schulaufsicht, eine Person zur Hausaufgabenbetreuung, und in der Verwaltung arbeiten - rein rechnerisch - 4,5 Personen. Positiver stimme das Gemeindeoberhaupt der erneute Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen. 480 000 Euro werde die Gemeinde wohl dieses Jahr einnehmen. Auch die Einkommensteuerbeteiligung hat mit 1 221 000 Euro den höchsten Stand seit gut 20 Jahren erreicht. Die Schulverbandsumlage nach Cham beträgt 42 188 Euro, nach Bad Kötzting sind dafür 20 874 zu entrichten. An den Freistaat Bayern mussten 103 500 Euro abgegeben werden. Zur Schuldenstatistik sagte Baumgartner, das der Schuldenstand 2008 bei 4 001 616,12 Euro lag, zum 31. Dezember 2016 auf 2 557 813,66 Euro gesunken sei und somit die Pro-Kopf-Verschuldung bis zum 31. Dezember 2016 bei 989 Euro liege. Der Verwaltungshaushalt beträgt 4,07 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 0,936 Millionen Euro - dies bedeutet ein Gesamtvolumen von 5,006 Millionen Euro. Welche Investitionen und Erneuerungen 2016 gemacht wurden, zeigte der Bürgermeister im Anschluss auf: Eine neue Schulküche für die Mittagsbetreuung mit Pausenverkauf wurde angeschafft. Eine dringend erforderliche Anschaffung mit dem Bau eines Gerällfangschachtes für die Kläranlage in Lederdorn wurde 2016 abgeschlossen. Ebenso konnte die Sanierung des Gemeinschaftshauses Lederdorn abgeschlossen werden. Der Dank Baumgartners galt den pensionierten Lehrern, die einmal in der Woche mit den Asylbewerbern einen Deutschkurs veranstalten, ebenso den ehrenamtlichen Helfern. Seit 2009 werden zweimal im Jahr von der Gemeinde Seniorenausflüge angeboten, die im Schnitt von 70 Senioren unter der Führung von Gemeinderätin Ulrike Biegerl stattfinden. 2016 besuchte Regierungspräsident Axel Bartelt die Firma UVEX in Lederdorn. Am 31. Juli erfolgte die Einweihung des neuen Bürgerhauses. Wenngleich es viele Nerven gekostet hat, die Gemeinde würde denselben Weg von der Planung bis zur Finanzierung wieder gehe, so Baumgartner. Aus der Hand von Finanzminister Markus Söder konnte Stefan Baumgartner den Förderbescheid in Höhe von 460 000 Euro für den DSL-Ausbau in Chamerau und einigen Ortsteilen in Empfang nehmen, der 2017 durch die Telekom erfolgen wird. Stolz, so der Bürgermeister, sei man auf die Errichtung einer Sternwarte auf dem Rossberg, die durch die "Sternwarte Cham" errichtet wurde und 2016 eingeweiht wurde. Ebenso erfreut war man 2016 über die Verleihung der Bürgermedaille an Kreisbrandrat Johann Weber sowie die Ehrung der Einser-Schüler durch die Gemeinde.
„Hand in Hand“
Der Bürgermeister bedankte sich bei den drei Ortsfeuerwehren für ihre stetige Einsatzbereitschaft zum Wohle der Gemeinde. Der Dank galt auch dem OGV für die Arbeit und Pflege der öffentlichen Grünanlagen. "Die 26 Vereine in der Gemeinde sind der soziale Rückhalt der Dorfgemeinschaft", so Baumgartner. Baumgartner stellte die neue Bürger-Infobroschüre vor und zeigte anschließend auf, welche Investitionen 2017 gemacht werden. So wird der Lückenschluss der Wasserversorgung mit einer Baulänge von 2,1 Kilometern von Lederdorn über Rossberg nach Chamerau mit zirka 420 000 Euro Vorrang haben. Für die Ortsteile Wölsting, Roßbach, Breitensteinmühle, Meinzing, Bärndorf, Gilling, Staning sowie Roßberg und Gillisberg beginnt der DSL-Ausbau mit einer Bausumme von etwa 560 000 Euro bei einer Bezuschussung von 90 Prozent. Ein großer Posten wird der erste Bauabschnitt der Regenbrückensanierung mit 150 000 Euro in Anspruch nehmen. In den nächsten drei Jahren werden für die weiteren Sanierungen nochmals 400 000 Euro benötigt. Die Sanierung der Schule mit der Neugestaltung des Pausenhofes und der Generalsanierung der Lehrerzimmer wird ebenfalls in Angriff genommen. Seit über 50 Jahren besteht bereits die Planung für die Ortsumgehung Lederdorn. Jetzt hofft die Gemeinde auf einen Baubeginn für 2017. Bereits am 6. Februar soll der Neubau der Pflegeeinrichtung „Haus Margerita“ erfolgen. Ebenso wird die Sanierung des Gemeinschaftshauses in Lederdorn seinen Abschluss finden. Zum Abschluss dankte Stefan Baumgartner auch den Mitarbeiter des Wertstoffhofes, des Bauhofes, der Gemeindeverwaltung, der Schule, des Kindergartens, den ehrenamtlichen Helfern bei Veranstaltungen und der Pfarrei für die gute Zusammenarbeit. Seit über 50 Jahren besteht bereits die Planung für die Ortsumgehung Lederdorn. Jetzt hofft die Gemeinde auf einen Baubeginn für 2017. Bereits am 6. Februar soll der Neubau der Pflegeeinrichtung „Haus Margerita“ erfolgen. Ebenso wird die Sanierung des Gemeinschaftshauses in Lederdorn seinen Abschluss finden. Zum Abschluss dankte Stefan Baumgartner auch den Mitarbeiter des Wertstoffhofes, des Bauhofes, der Gemeindeverwaltung, der Schule, des Kindergartens, den ehrenamtlichen Helfern bei Veranstaltungen und der Pfarrei für die gute Zusammenarbeit. Aus der Zuhörerschaft wurde nur eine Frage gestellt, diese betraf die Wege im alten Friedhof: Ein Aushängeschild für die Gemeinde sollte auch ein Friedhof mit einheitlichen Zugängen zu den Gräbern sein, so der Fragesteller. Dass dem in der Gemeinde nicht so sei, das bestätigte auch das Gemeindeoberhaupt, aber die Gemeinde sei im alten Friedhof nur der Pächter, die Pfarrei sei der Besitzer. Im Zuge der Kirchensanierung, die 2017 fertiggestellt werde, wird auch in  Zusammenarbeit mit der Pfarrei durch die Gemeinde eine öffentliche Toilette im alten Feuerwehrhaus erstellt. Mit der Pfarrei wird man sicherlich eine einvernehmliche Lösung für die angesprochenen Beanstandungen finden. Bürgermeister Baumgartner erwartet im Hinblick auf das nächste Jahr eine Menge Arbeit.