Gemeinde Chamerau

Engl Ferdinand Gemeindechronik

Die lange Geschichte von Chamerau in einem dicken Buch

Eine Chronik mit viel Heimatgefühl / Ferdinand Engl stellt sein neues Werk vor

Chamerau. „Wenn man damit anfängt, kann man nicht mehr aufhören“: Diese Erfahrung hat  der Hobbyhistoriker Ferdinand Engl aus Lederdorn sehr schnell gemacht. Seit 1968 verfasst er Texte und Bücher, das Schreiben ist seitdem sein Steckenpferd, fast  immer geht es um das selbe Thema: Heimat. Unglücklich ist er deshalb nicht - im Gegenteil: Unermüdlich trägt er zusammen, was die Historie seiner näheren Heimat hergibt. Bei der Präsentation  vor vielen geladenen Gästen stellte der Autor am Donnerstagabend das  neueste Heimatbuch im Bürgerhaus in Chamerau vor.
Als „unser Heimatbuch“ bezeich¬nete  Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner die Chronik von Ferdinand Engl bei der Präsentation am Donnerstag im Trauungszimmer  des Bürgerhauses in Chamerau .  „Man könnte es nicht besser machen“, lobte das Gemeindeoberhaupt. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass sich jemand einer so umfangreichen, wie Baumgartner sagte, „gewaltigen Aufgabe“ stelle und eine Chronik der Gemeinde verfasst. Engl habe seine Aufgabe mit Fleiß und Akribie erledigt. Baumgartner betonte, dass die Gemeinde dem Hobbyhistoriker völlig freie Hand gelassen und in keiner Weise Einfluss genommen habe. Engl sei es gelungen, die Geschichte der Ortsteile rund um Chamerau auf einen Nenner zu bringen. Er habe damit ein wertvolles Nachschlagewerk  ge¬schaffen. Baumgartner bekräftigte im Namen der Gemeinde: „Wir wissen das zu schätzen“. So ein Heimat¬buch  sei ein Spiegel der Vergan¬genheit. Dieses nun erschienene Heimatbuch von Chamerau sei mit Geld nicht zu bezahlen. Bisher sei nur eine Festschrift von 1976 bei der Wappenverleihung als kleines Bücherl als Heimatbuch vorhanden gewesen. „Viele historische Fotos, aber auch aktuelle Aufnahmen schmü-cken diese Ortschronik“, zeigte sich Bürgermeister Stefan Baumgartner schon beim Durchblät¬tern begeistert. Engl habe keine Mühen und Kosten gescheut, um die Geschichte der einzelnen Ortsteile von Chamerau festzuhalten. Baumgartner bekräftigte im Namen der Gemeinde: „Wir wissen das zu schätzen“. Entstanden sei dabei eine „Quelle für die Zukunft“, an der sich auch der Landkreis Cham finanziell beteiligt habe.
Die Gemeinde habe Engl bei der Verwirklichung seines Buches mit einem kleinen Geldbetrag unterstützt, das sich so Baumgartner anhand des nun vorgestellten Buches mehr als bezahlt gemacht hätte. Lachend fügte Baumgartner seiner Laudatio den Wunsch hinzu, Engl möge nun auch noch über den Rest der Gemeinde eine Chronik verfassen. Ferdinand Engl überraschte das Gemeindeoberhaupt über die Ankündigung, dass er bereits die Arbeit von Band 2 über den Ortskern von Chamerau aufgenommen hätte.
Als kleines Dankeschön überreichte Bürgermeister Stefan Baumgartner an den Hobbyhistoriker ein kleines Geschenk in Vorm des Chamerauer Porzellanlöwen, seine Frau Ingrid erhielt die Gemeindeblumenvase.
Motiv: Liebe zur Heimat und deren Vergangenheit
Ferdinand Engl bedankte sich bei der Präsentation über die vielen Gäste die seiner Einladung gefolgt waren und erläuterte diesen die Beweggründe zum Verfassen seines neuesten Werkes das mit dem Band 1 über Chamerau nun erschienen sei.
Die Idee für das Schreiben von Büchern ist laut Engl schon etliche Jahre vorher aufgekommen. „1966 kam ich am Stammtisch mit einem Bauern ins Gespräch. Seitdem bin ich der Ge¬schichte meiner Heimat intensiv nachgegangen“, berichtete der ge¬bürtige Niederrundinger. Die Men¬schen seien stets hilfsbereit gewesen und hätten ihm dadurch die Recher¬chen erleichtert. Wichtig seien vor allem die Quellenangaben gewesen. „Es ist zwar keine Doktorarbeit, trotzdem müssen alle Angaben stimmen“, betont Engl. Seine „Hei¬matbücher“ dienen sowohl für die ak¬tuelle wie auch für spätere Genera¬tionen als Nachschlagewerk.
 Auf über 400  Seiten beschreibt  Ferdinand Engl im nun erschienenen Heimatbuch Chamerau Band 1 die vielen Familien, Höfe und Verei¬ne in der Umgebung um Chamerau  herum. Die Chronik zeigt nicht nur die Vergangenheit der Geschlechter der  Chamerauer, sondern auch die Ortsteile Wallmering, Wölsting, Kalvarienberg, Lamberg, Hörwalting, Urleiten, Waldhäusl, Gillisberg und Roßberg. Die Entstehung  des Gewerbegebietes in Chamerau im Jahre 1995 und seine Ansiedlung mit den einzelnen Betrieben füllen mit den zur Verfügung gestell¬ten Werksfotos 25 Buchseiten.  Auch die Veränderungen bei den land¬wirtschaftlichen Betrieben mit ihren Austragshäusern, der Flurbereinigung in der ganzen Ge¬meinde  Chamerau werden im Heimatbuch thematisiert, eben¬so wie der Wandel der Haupter¬werbslandwirtschaft.
Wie das Leben früher war
Der „Alte Hase" in der Heimatforschung suchte in seinem neuesten Buch vor allem den Kontakt zu den Menschen, zu Zeitzeugen der jüngeren Geschichte, die ihm berichteten, wie das Leben früher war, wer wo wohnte und wie sich die Verwandtschaftsverhältnisse darstellten.  Seine Erfahrungen: „Die meisten Leute sind sehr aufgeschlossen, die stellten mir alles an Dokumenten zur Verfügung, was sie hatten. Es gab aber auch welche, bei denen stand ich vor verschlossenen Türen“. Engl selbst gewährt jedem interessierten Einblick in sein Archiv: „Wer etwas zur Heimatgeschichte wissen will, kann bei mir jederzeit die Unterlagen einsehen“.
Hilfe habe Engl immer wieder von der Bayrischen Staatsbibliothek München, dem Historischen Atlas von Bayern, aus dem Teil Altbayerns, vom Bayrischen Hauptstaatsarchiv, Kurbayern Hofkammer, Bayrische Gerichts- und Verwaltungsorganisation vom 13. bis 19. Jahrhundert, von Sebastian Hiereth, dem  Verlag der Kommission für Bayrische Landesge¬schichte München 1950 und von 1955, bei der Bayeri¬schen Akademie der Wissenschaften, Teil Altbayerns erhalten. Unterstützung erfuhr Engl auch von den Bayrischen  Archivinventaren, dem Historischen Verein in der Kepplerstraße in Regensburg, sowie vom Runtingerhaus in Regensburg. Große Hilfe habe Engl immer wieder vom Kultur¬referat  am Landratsamt Cham erfahren. Ganz beson¬ders von  Dr. Bärbel Kleindorfer Marx und Günther Bauernfeind,  die immer beratend zur Seite ge¬standen hätten.
Das Exemplar gibt es für 44 Euro
In meinem fünften Buch so der Autor zum Schluss seiner Buchvorstellung versuchte ich die Beiträge zu einer Chronik von Chamerau und Umgebung „Band 1" nie¬derzuschreiben, dies geschah gewiss nicht in der selbstüberheblichen Meinung, es stecke in mir die Ver¬anlagung zu einem großem Historiker; ich wollte vielmehr nur, dass das, was ich in einem Zeitraum von 50 Jahren, den ich als Bürger von Lederdorn in der Gemeinde Chamerau erlebt und gehört habe, in Büchern und Urkunden entdeckt und aus dem Volksmunde vernommen habe, nicht gleich wieder in Vergessenheit gerät, sondern als Material zu einer späteren Chronik über die ganze Gemeinde Chamerau hier gesammelt wird.
Auch möchte ich dem Vorwurfe noch begegnen, als hätte ich nur Lappalien aufgeschrieben. Allein in einer Lokalgeschichte sind auch Kleinigkeiten von Bedeutung. Welterschütternde Ereignisse haben sich in der Gemeinde Chamerau überhaupt niemals abgespielt, so Ferdinand Engl im Vorwort in seinem neuestem Buch.
Das Heimatbuch, dessen Buch¬umschlag ein Bild aus grauer Vergangenheit von Chamerau ziert, ist im Ohetaler Verlag aus Grafenau er¬schienen und kann sowohl dort bestellt als auch im Buchhandel  sowie bei ihm direkt erworben werden.
Für den enor¬men Zeitaufwand von Ferdi¬nand Engl bedankte sich auch MdL Dr. Gerhard Hopp.  „Forschen, sammeln, sortieren und formulieren wa¬ren die Hauptaufgaben von Fer¬dinand Engl in den letzten Jah¬ren", so Dr. Hopp. Das Heimat¬buch biete eine umfangreiche und zuverlässige Quelle, für die nicht nur der Landkreis sehr dankbar sei. „Wir sind sehr dank¬bar, dass wir einen solchen Mann im Landkreis haben. Das ist schon etwas Beson¬deres“, so der Abgeordnete.
Respekt vor dieser Leistung zollten dem Autor auch Kreisheimatpfleger Hubert Sperl, Günther Bauernfeind vom Kulturreferat am Landratsamt Cham, Erich Bayer vom Bundeszentralarchiv, Gerlinde Schuhmann vom Dekanatsarchiv in Furth im Wald sowie Hans Schopf dem Geschäftsführer des Ohetaler Verlages aus Grafenau die das Buch druckten, alle wünschten Ferdinand Engl viel Erfolg und hohe Verkaufszahlen.
Ferdinand Engl (vierter von rechts) übergibt das erste Exemplar seines neuen Heimatbuches  „Chamerau, Band 1“ vor den anwesenden Gästen zur Begutachtung an Bürgermeister Stefan Baumgartner. Foto: che