Gemeinde Chamerau

WaldjugendspieleDem Wald und seinen Bewohnern verbunden

Chamerauer Grundschüler der 3 Klasse sind echte Waldprofis und gewinnen Waldjugendspiele vor Lam und Roding

Chamerau.  „Geht in den Wald, passt auf ihn auf, bewundert und bewahrt ihn.“ Diesen Appell richtete Forstdirektor Dr. Arthur Bauer gestern bei der Siegerehrung der diesjährigen Waldjugendspiele an die drei besten Klassen, die sich im Saal des Bürgerhauses Chamerau versammelt hatten, die in diesem Jahr mit der dritten Grundschulklasse die Siegerklasse stellt. Über den zweiten Platz freute sich die Klasse 3 der Grundschule Lam, gefolgt von der dritten Klasse der Grundschule Roding. Es ist zur Regel geworden, dass die Gewinnerklasse mit der Ausrichtung der Siegesfeier betraut ist. So haben sich Kinder und Lehrer der Grundschule Chamerau sorgfältig auf diese Feierstunde vorbereitet. Kinder sangen als Begrüßungslied die Bayernhymne. Musikalisch eröffneten die Schüler der Grundschule Chamerau mit ihrer Förderlehrerin Edit Wutz die Feierstunde mit der Bayernhymne zu der alle im Bürgersaal aufstanden. ”Nur was man kennt, das schätzt man, und nur was man schätzt, schützt man auch“, erklärte Schulleiterin Claudia Mühlbauer bei der Begrüßung. Ihr Gruß galt Forstdirektor Dr. Arthur Bauer, den Vertreter des Schulamtes Herrn Wolfgang Grassl vom Schulamt Cham, Bürgermeister Stefan Baumgartner, Bürgermeister Paul Roßberger aus Lam, entschuldigt war der Bürgermeister der Stadt Roding Franz Reichold, die Forstpaten  Hubert Amode und Werner Vogl, Prüfungsbeauftragte Herr Nebauer, die Lehrkräfte Susanne Fischer Chamerau, Monika Trum aus Lam und Doris Früchtl aus Roding mit ihren 3. Klassen, sowie Vertreter des Elternbeirates mit Vorsitzender Sandra Altmann. Mit Stolz erfüllte es Rektorin Claudia Mühlbauer, dass ihre dritte Klasse in diesem Jahr den ersten Platz bei den Waldjugendspielen belegt hat. Glücklich dürften sich die Schüler aus Chamerau schätzen, sagte Mühlbauer. ”Ihr habt für die Waldjugendspiele fleißig gelernt und seid fit in allen Bereichen des Waldes“, bescheinigte sie den Schülern. Die Drittklässler hätten dabei Teamgeist und Zusammenhalt nach dem Leitbild der Schule ”Gemeinsam achtsam“ bewiesen. Aber auch ein gewisses Quäntchen Glück sei dabei gewesen. Auf dem rund 3,5 Kilometer langen Kurs mussten die Buben und Mädchen an vielen spannenden Spielstationen, wie zum Beispiel beim Zapfenwerfen, Blätterangeln, Staffellauf und Sterschlichten, ihr Wissen rund um den Wald, aber auch ihre Geschicklichkeit und ihren Teamgeist unter Beweis stellen. Rektorin Mühlbauer appellierte an die Schüler, den Wald als kostbares und schützenswertes Gut zu schätzen. Ihr Dank galt an dieser Stelle den Lehrern für die gute Vorbereitung und dem AELF für die Organisation der abwechslungsreichen Spiele. Durch die mit den Spielen verbundenen Eindrücke werde das Erlernte vom bloßen Wissen zur dauerhaften Erfahrung. Damit seien die Spiele ganz im Sinne eines ganzheitlichen, lebensbezogenen Lernens, einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dr. Arthur Bauer, Leiter der Abteilung Forsten beim AELF  (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), sprach in seinen Grußworten: “Unsere heutige Welt ist geprägt von Technik und Gewinnstreben”, stellte er fest und bedauerte, dass der Kontakt zur Natur und damit das Verständnis für Lebensabläufe und Zusammenhänge in der Natur oftmals verloren gegangen ist. “Über die Waldpädagogik sollen die Kinder einen Zugang zum Wald und zur Natur erhalten. Es soll ein unvergessliches Erlebnis sein, das ihre Begeisterung für den Wald freisetzen soll.” Sie versuchen daher nicht nur reines Faktenwissen zu vermitteln, sondern die Kinder sollen den Wald auch auf der emotionalen Ebene erleben.
Beitrag zur Umweltbildung
Wohl kaum ein anderes waldpädagogisches Angebot besteht nach den Worten von Dr. Bauer schon so lange wie die von Forstdirektor Dr. Hans Heinrich Vangerow in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ins Leben gerufenen Waldjugendspiele in Ostbayern. Das Ziel “Bewusstsein für Natur und Umwelt” wurde in die Bayerische Verfassung aufgenommen und das Waldgesetz für Bayern setzt dieses Ziel um, indem es der Bayerischen Forstverwaltung einen gesetzlichen Bildungsauftrag erteilt.  Genau das beinhalten auch die Waldjugendspiele, die heuer zum 49. Mal im Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz , im Landkreis Cham sind es die 34 WJS in 53 Klassen der 3. Jahrgangsstufen, darunter waren auch 3 Klassen aus Tschechien, an 3 Tagen haben wir insgesamt 1077 Kinder in den Wäldern der Voithenberg'schen Gutsverwaltung Furth im Wald geführt. Im 49. Jahr ihres Bestehens haben die Waldjungendspiele nichts an Attraktivität und Bedeutung verloren. “Im Gegenteil, der Wald ist ein idealer Ort zum Kennenlernen und Erleben von Natur, zum objektbezogenen Lernen und Begreifen von ökologischen Zusammenhängen”, konstatierte der stellvertretende Chef des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Cham. Die Organisation lag beim AELF. Dank richtete Bauer an alle Forstpaten besonderer Dank galt Herrn Christian Nebauer, den forstlicher Bildungsbeauftragten sowie an die  40 Forstleute und Verwaltungsmitarbeiterinnen und - Mitarbeiter. Dank galt auch an die Kolleginnen und Kollegen vom Nachbaramt Schwandorf, sowie der Bergwacht Furth i.W., die für den Fall der Fälle immer zur Verfügung stand.
Alle Sinne anregen
Dass die Schulen im Schulamtsbezirk Cham sich so aktiv an den Spielen beteiligen, heuer waren es wieder  54 Klassen, liege vermutlich auch daran, weil sich die Menschen im Landkreis Cham mit dem Wald und besonders dem Bayerischen Wald tief verbunden fühlen, betonte Schulamtsvertreter Wolfgang Grassl in seiner Ansprache. Den Wald schützen und bewahren Schließlich sei er nicht nur Lebensraum für Mensch und Tier, sondern auch Naherholungsgebiet für Naturliebhaber, Sportler, Schwammerlsucher und viele mehr. ”Es ist wichtig, den Wald zu begreifen, zu spüren und zu riechen, ihn einfach mit allen Sinnen zu erleben, und umso schöner ist es doch, wenn man das mit den Klassenkameraden und in der Gemeinschaft erfahren kann“, meinte der Schulamtsvertreter. Vom Wissen zur Erfahrung
Im Namen der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Stefan Baumgartner den Schülern zu ihrem Erfolg. ”Was man kennt, das schätzt man, was man schätzt, das schützt man“, zitierte Baumgartner den Slogan der Waldjugendspiele. ”Ich hab ganz großen Respekt vor euch“, wandte sich das Gemeindeoberhaupt an die Kinder und meinte damit nicht nur, dass die Buben und Mädchen tapfer als “Waldforscher” während der Waldjugendspiele Drei Tage unterwegs waren. „Ihr seid die Allerbesten von über 1000 Schülern aus dem ganzen Landkreis, die sich am besten im Wald auskennen und allem, was ihn betrifft“, lobte Baumgartner. Weiter dankte er allen, die sich dafür einsetzen, dass die Waldjugendspiele Jahr für Jahr im Landkreis stattfinden und den vielen Menschen, die sich an der umfangreichen Organisation beteiligen. Bürgermeister Stefan Baumgartner sieht die Spiele als sinnvolle Ergänzung zum Unterricht und rief die Kinder dazu auf, ihr Wissen zu verwenden, wenn sie sich im Wald aufhalten.
Schüler der drei Siegerschulen bereicherten die Ehrung mit Liedern und dem Spiel ”Sei ein Baum“ von der Schule Lam. Die Siegerehrung nahmen Forstdirektor Dr. Arthur Bauer, der Vertreter des Schulamtes Wolfgang Grassl, Bürgermeister Stefan Baumgartner und Bürgermeister Paul Roßberger aus Lam vor. In diesem Jahr war der Abstand zwischen den Siegerklassen sehr gering, so konnte die GS Chamerau insgesamt 671 Punkte, die  GS Lam 670 Punkte und die GS Roding 661 Punkte erreichen. Urkunden gab es für die drei Erstplatzierten Klassen sowie Medaillen und Preise für alle Kinder der Siegerklassen. Einen Kerzenständer aus Holz gab's für jedes Mitglied des Siegerteams aus Chamerau. Für die weiteren Sieger aus Lam und Roding gab es Plüschtiere. Einen Ehrenpreis in Form einer Esskastanie erhielt die GS Chamerau die ihren Platz nach den Ferien im Schulgarten finden wird. (che)

Das Siegerteam: 3. Klasse der Grundschule Chamerau (hintere Reihe v.l.: Forstdirektor Dr. Arthur Bauer, den Vertreter des Schulamtes Wolfgang Grassl, Bürgermeister Stefan Baumgartner, Bürgermeister Stefan Baumgartner, Forstpate  Hubert Amode, Klassenlehrerin Susanne Fischer und Rektorin Claudia Mühlbauer.
Der 2. Sieger, die Grundschule Lam, mit ihrer Lehrerin Monika Trum und den Ehrengästen.
Die dritte Klasse aus Roding errang den dritten Platz. Mit auf dem Bild ihre Lehrerin Doris Früchtl mit den Ehrengästen. Fotos: CHE