„Erhebt eure Stimme“ – Sternsingen für Kinderrechte
Der Jahresschlussgottesdienst und die Aussendung der Sternsinger sind wichtige Veranstaltungen in der katholischen Kirche. An Silvester versammelten sich viele Menschen in der Pfarrkirche Peter und Paul, um das alte Jahr mit Pfarrer Kilian Limbrunner und Diakon Harald Schneider zu verabschieden und das neue Jahr gemeinsam zu beginnen. Der Volksgesang wurde vom Organisten Simon Raab an der Orgel begleitet.
In seiner Einführung sagte Pfarrer Kilian Limbrunner: Heute versammeln wir uns, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken – ein Jahr voller Unruhen und Konflikte. In Zeiten der Spaltung sind wir als Christen gefordert, den Weg Jesu zu gehen. Lassen Sie uns Friedensstifter sein, Brücken bauen und Liebe zeigen, wo Ablehnung herrscht. Erinnern wir uns daran, dass Christus stets in unserer Mitte ist. Gemeinsam rufen wir: Jesus Christus, du bist unser Alpha und Omega. Herr, erbarme dich unser.
In seiner Predigt ging Pfarrer Limbrunner auch auf die Vergangenheit, die Zukunft und die Gegenwart ein. Wirklich in der Gegenwart leben, das fällt uns gar nicht so leicht. Zwischen Vergangenheit und Zukunft erscheint uns die Gegenwart als die kürzeste Zeitspanne. So etwas sei nicht an außerordentliche Erlebnisse gebunden, sondern ereigne sich in alltäglichen Verrichtungen und Begegnungen. Das sei gut zu übertragen auf den eigenen Abschied vom alten Jahr, auch wenn da zunächst der Gedanke des „Heimkommens“ Raum greife, das menschliche Bedürfnis nach einem vertrauten Rückzugsort im Auf und Ab des Lebens. Heute könne man zurückschauen, was gewesen ist. Aber nicht vorausschauen, was uns im neuen Jahr erwarte. Gott habe uns im vergangenen Jahr nicht allein gelassen, er werde uns auch im bevorstehenden Jahr nicht alleinlassen, betonte der Geistliche.
Die Tage um den Jahreswechsel seien wohl für alle Menschen die Zeit des Nachdenkens und des Grübelns darüber, wohin die Tage, Wochen und Monate des zu Ende gehenden Jahres gegangen seien, so Pfarrer Kilian Limbrunner. Viele von uns verbinden das zu Ende gehende Jahr mit schönen, manchmal aber auch trüben Erlebnissen und Ereignissen. Eines aber sei sicher: Alle Zeit ist uns von Gott geschenkt und Christus ist das A und O.
Nach der Predigt wurden auch Zahlen aus dem pfarrlichen Leben genannt: Gott hat uns in diesem Jahr bei Freude und Leid begleitet. Dankbar erinnern wir uns daran, dass in unserer Pfarrgemeinde 14 Kinder getauft wurden. Auch 18 Kinder haben im Sakrament der Eucharistie zum ersten Mal das Brot des Lebens empfangen. Im Jahr 2025 haben 28 junge Christen im Sakrament der Firmung den Gottesgeist für das Leben Christi empfangen. Den Bund der Ehe haben drei Paare geschlossen. Im vergangenen Jahr haben wir aber auch von 17 liebgewonnenen Menschen Abschied genommen.
Wir danken dir für die Begegnungen mit den Menschen, die mit uns gelebt, gearbeitet, geliebt und gelitten haben. Lass sie in deiner Hand geborgen sein und rüste die Trauernden. Bis wir uns alle einmal wiedersehen im Reich deines immerwährenden Friedens.
Mit Stern, Weihrauch und Sammelbüchse unterwegs
Die Sternsinger haben sich seit ihrem Start vor 65 Jahren zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mit etwa 45,5 Millionen Euro gesammelten Spenden haben die Sternsinger bei der Aktion Dreikönigssingen 2024 gezeigt, dass die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder einfach ein Erfolg ist. Die Kinder und Jugendlichen, die als Sternsinger unterwegs sind, haben seit dem Start ihrer Aktion Dreikönigssingen in Deutschland 1959 über 1,36 Milliarden Euro gesammelt. Rund 71.700 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa konnten damit seit Beginn der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder unterstützt werden.
Seit Freitag, sind in Chamerau und seinen Ortsteilen die Sternsinger als Boten und Zeichen der Heiligen-Drei-Könige unterwegs. In sieben Gruppen, so viele wie noch nie, gehen die Mädchen und Buben in ihren prächtigen Gewändern als „Kaspar“, „Melchior“ und „Balthasar“ von Haus zu Haus, tragen den Sternsinger-Spruch, und diese Wohnungen die Haus- und Wohnungstüren vor und bitten um eine Spende für die diesjährige Sternsingeraktion unter dem Motto: Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit.
Sie schreiben den Segensgruß mit gesegneter Kreide 20*C+M+B+26 an die Haustüre. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem und Jesus. Die Buchstaben C+M+B stehen für „Christus mansionem benedicat“, zu Deutsch „Christus, segne diese Wohnung“. Die drei Kreuze bedeuten den Segen: im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Dabei möchten die Sternsinger zeigen, wie wichtig gegenseitiger Respekt ist. Denn viel zu oft werden Kinder und Jugendliche ausgeschlossen, diskriminiert oder respektlos behandelt, weil sie eine andere Herkunft haben, anders aussehen oder einfach anders sind.
Die Aktion Dreikönigssingen 2026 bringt den Sternsingern nahe, vor welchen Herausforderungen Kinder und Jugendliche in Bangladesch stehen.
Beim Jahresschlussgottesdienst für das Jahr 2025 am Mittwoch erhielten die Sternsinger der Pfarrgemeinde von Pfarrer Kilian Limbrunner neben den Geldkassetten auch ihre Insignien – den Stern, die Kreide, das Weihwasser und den Weihrauch. Der Geistliche erhofft sich von der großen Mehrzahl der Gläubigen, die besucht werden, einen herzlichen Empfang der Sternsinger.
„Wir mögen uns manchmal fragen: Wer ist mein Nächster?“ Das ist der, der meine Hilfe braucht. Die Ansprache über die bevorstehende Aufgabe der Sternsinger wurde von Pfarrer Kilian Limbrunner begonnen: „Und diese Hilfe ist überall dort notwendig, wo man selbst Not sieht.“ Ihr macht euch ab Freitag, dem 2. Januar, bis Montag, den 5. Januar, wieder auf den Weg, um den Segen Gottes in die Häuser unserer Pfarrei zu bringen, und dass, obwohl ihr die Kinder gar nicht kennt, für die ihr die Spenden sammelt. Und doch wisst ihr, dass sie eure Hilfe brauchen. Ich freue mich schon jetzt, wenn ihr am Dienstag zum „Fest Erscheinung des Herrn“ wieder zurückkehrt.