Gäste ließen sich das Kesselfleisch schmecken
Die Tradition des Verzehrs von Kesselfleisch erfreut sich in der Region großer Verbreitung. Zahlreiche Metzgereien und Vereine sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten offerieren Kesselfleisch an Schlachttagen als frisch zubereitete Speise und veräußern dieses unmittelbar als warmes Mittagsgericht an die Kundschaft. Jedoch erfreut sich Kesselfleisch auch in der Gastronomie großer Beliebtheit und wird dort in der Regel zusammen mit Sauerkraut auf der Speisekarte offeriert. Die Schlachtschüssel stellt in ihrer Gesamtheit, ebenso wie das Kesselfleisch, einen Bestandteil des regionalen und ländlichen Brauchtums dar, welches sich um das Schlachtfest herum entwickelt hat. Die Tradition des Kesselfleischessens wird auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Staning in Ehren gehalten. Am Samstag war es erneut der Fall.
Personen mit einer Laktoseintoleranz sowie Vegetarier und Veganer waren von der Teilnahme an dem alljährlichen Kesselfleischessen der Freiwilligen Feuerwehr Staning ausgeschlossen. Hauptsächlich gab es frisch gekochtes Wammerl, Schulter und Innereien. Hierzu wurden herzhaftes Kraut und Bauernbrot gereicht.
Die Fahrzeughalle des Gerätehauses Staning wurde kurzerhand in einen Speisesaal umgewandelt, und vor der Halle wurde der Kessel befeuert. Bereits seit etlichen Jahren wird diese Veranstaltung von der Feuerwehr organisiert und sie erfreut sich bei den Einwohnern sowie den Gästen der Region großer Popularität. Das Kesselfleischessen wurde im Jahr 1991 erstmalig veranstaltet und hat sich seither als feste Tradition etabliert. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Zusammentreffen, bei dem sich Anwohner der umliegenden Gegend einfinden, um gemeinschaftlich zu speisen, zu trinken und festliche Begehungen zu zelebrieren. Den Besuchern wurde nicht nur ermöglicht, das exquisite Gericht an Ort und Stelle zu verzehren, sondern auch Fleischwaren sowie die „Britsupp’n“ für den späteren Genuss zu erwerben.
Durch langsames Köcheln in einem geräumigen Kessel erlangt das Fleisch seinen unverkennbaren Geschmack. Die Zubereitung des Fleisches, welches durch diverse Gewürze und Gemüsesorten eine Veredelung erfährt, geschieht gemäß einem traditionsreichen Familienrezept, das über Generationen hinweg tradiert wurde. Das Fleisch erlangt eine Zartheit und Saftigkeit, die ein förmliches Dahinschmelzen auf der Zunge bewirken. Ferner wurde auch für die Darreichung von kühlem Bier Sorge getragen, da ein bayerisches Fest ohne dieses traditionsreiche Getränk kaum vorstellbar wäre. Die Freiwillige Feuerwehr Staning ist erfreut darüber, dass das Kesselfleischessen auch bei der jüngeren Generation großen Zuspruch erfährt. Zahlreiche junge Angehörige der Feuerwehr beteiligen sich engagiert an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Die fachgerechte Zubereitung des Mahls erfolgte durch Willi Roider unter Mithilfe seiner sogenannten „Beiköche“.
In einer Epoche, in der die Geschäftigkeit des Alltags häufig überwiegt, erweist sich eine derartige Veranstaltung als von unschätzbarem Wert. Das Kesselfleischessen der Freiwilligen Feuerwehr Staning stellte ein exzellentes Exempel hierfür dar und demonstrierte auf treffliche Weise, wie sich Tradition und Geselligkeit aufs Engste miteinander verbinden lassen.
Die Angehörigen der Feuerwehr haben abermals unter Beweis gestellt, dass sie nicht lediglich im Einsatzfall, sondern auch bei der Ausrichtung von Festlichkeiten und Veranstaltungen eine wahre Gemeinschaft bilden. Im Rahmen eines Kesselfleischessens sprach die Freiwillige Feuerwehr ihren aktiven Mitgliedern den Dank für die zahlreichen, im Ehrenamt geleisteten Stunden in den Diensten der Nächstenhilfe aus.
Denjenigen, denen die Teilnahme an der diesjährigen Feierlichkeit nicht möglich war, verbleibt die freudige Erwartung des kommenden Jahres. Dann wird die Feuerwehr erneut ihre Tore öffnen und die Besucher mit frischem Schweinefleisch verwöhnen.
Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr versammelten sich die Gäste in dichter Anordnung an der Ausgabestelle des Kesselfleisches und harrten geduldig der Entgegennahme dieser Delikatesse.