Pro und Contra zu neuem Verein
Lothar Greisinger, der Vorsitzende des FC Chamerau, konnte zur außerordentlichen Mitgliederversammlung im Vereinsheim rund 50 Mitglieder, darunter auch einige Ehrenmitglieder und Ehrenmedaillenträger sowie Spieler und ein paar Gasthörer des FC Chammünster willkommen heißen. Der jüngste Teilnehmer war 16, der älteste über 80. Thema des Abends war die Fortführung der Spielgemeinschaft beziehungsweise die Ausgliederung der Fußballabteilungen in einen neuen Verein.
Zu diesem kontroversen Thema übernahm Michael Janker, der das Tagesthema „Fußball beim FC Chamerau – Wie geht es weiter“ erstellt hatte, die Moderation. Einleitend berichtete Janker über die Notwendigkeit der bestehenden Spielgemeinschaft im Herren- und Jugendbereich und wagte auch einen Blick darauf, wie die Entwicklung, auch bei anderen Vereinen, in den nächsten Jahren aussehen wird. Die mittlerweile 20 Jahre währende Zusammenarbeit mit dem FC Chammünster im Jugendbereich darf mit Fug und Recht als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.
Der Hauptgrund, warum man sich bei den SG-Partnern Gedanken über eine Neugründung macht, ist die strikte Haltung des Verbands, dass man Spielern bei Spielgemeinschaften die Möglichkeit einer sportlichen Perspektive über die Kreisebene hinaus verweigert. Anschließend berichtete Michael Janker über den aktuellen Stand der Planungen und der bereits erledigten Vorarbeiten, aber auch über die Problemstellungen, die vor einer Neugründung geklärt und schriftlich belegt sein müssen, um den Verantwortlichen eines neuen Vereins, aber auch denen der „Altvereine“ FC Chamerau und FC Chammünster keine „Baustellen“ für die Zukunft zu eröffnen.
Drei Optionen
Nach einer kurzen Ansprache durch Abteilungsleiter Dendorfer begann eine Diskussionsrunde, bei der Moderator Michael Janker das Wort zuerst an die aktiven Spieler übergab. Im Rahmen dieser Diskussionsrunde, welche sich durch einen konstruktiven, zukunftsweisenden und gelegentlich von Emotionen geprägten Austausch auszeichnete, erhielten Spieler, Mitglieder und Gönner die Möglichkeit zur Meinungsäußerung. Im Zuge der Abstimmung standen schließlich drei Optionen zur Wahl.
Gemäß dem ersten Vorschlag sollte die Ausgliederung der Fußballabteilung auf die Agenda der bevorstehenden Jahreshauptversammlung aufgenommen werden. Der zweite Vorschlag, welcher schließlich eine deutliche Mehrheit fand, sieht vor, die Ausgliederung der Fußballabteilung weiterhin zu verfolgen und die Abstimmung hierüber noch nicht im Rahmen der kommenden Jahreshauptversammlung durchzuführen. Der dritte Punkt, welcher eine Ausgliederung ablehnte, stieß lediglich bei einem anwesenden Mitglied auf Zustimmung. Zusammenfassend kann man sagen, dass eine Ausgliederung der Fußballabteilung zum aktuellen Zeitpunkt vor allem daran scheiterte, dass noch nicht sämtliche Satzungs-, verbandsrechtlichen und steuerlicher Art sowie die Auswirkungen auf mögliche Förderungen und Zuschüsse von Land und Kommune sowohl für einen neuen Verein als auch die weiterhin bestehenden „Altvereine“ abschließend geklärt sind, und diese auch nicht mehr fristgerecht zur neuen Saison rechtssicher zu klären sind.
Auch das bevorstehende 100-jährige Jubiläum des FC Chamerau im Jahr 2027 hat bei einigen Sitzungsteilnehmern eine Rolle bei der Abstimmung gespielt. Abschließend lässt sich feststellen, dass es zwar nicht zur, vor allem von den Aktiven erhofften, zeitnahen Umsetzung einer Vereinsneugründung kommt, die Mitglieder des FC Chamerau, aber sehr wohl zum Partner FC Chammünster stehen und die Zusammenarbeit auf jeden Fall fortsetzen wollen. Dies zeigte sich sowohl in der Diskussion als auch in der abschließenden Abstimmung.