Rätsel um Ursache

09. Dezember 2025: Am Freitag löst eine Explosion in einem Wohnhaus in Chamerau einen Großeinsatz aus, die Einsatzkräfte finden später zwei Gasflaschen. Sind sie der Grund für die Detonation?
150 Einsatzkräfte Im Einsatz

Gas, Sprengstoff oder doch etwas ganz anderes: Die Spekulationen um die Ursache für die Explosion in Chamerau am vergangenen Freitag reißen nicht ab. Am Wochenende waren Ermittler vor Ort – die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, allerdings wurden zwei Gasflaschen entdeckt. Am Freitagnachmittag kommt eine Spezialtruppe der Polizei nach Chamerau. Der Verdacht: Im Haus liegt Sprengstoff. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen“, erklärt Kreisbrandrat Michael Stahl. Rund 35 Anwohner aus den umliegenden Wohnhäusern werden evakuiert, ein Teil kommt in der Turnhalle unter und wird durch Mitarbeiter des BRK betreut. „Das hat gut funktioniert. Die Leute waren zugänglich“, sagt Stahl. Außerdem zieht sich ein Großteil der Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen zurück.

Baumgartner: Schlimmstes Erlebnis als Bürgermeister

Mit einem Bagger des THW werden nach und nach Teile des Dachs und der Wände entfernt. Mit einer Drohne erhalten die Experten Einblick in das Innere des einsturzgefährdeten Gebäudes. „Dabei sind zwei Gasflaschen gesichtet worden“, erzählt Stahl. Auf den ersten Blick wirken die Flaschen intakt, sie sind nicht zerborstet. Ob Gas ausgewichen ist oder nicht, bleibt vorerst unklar. Ermittler stellten die Flaschen am Samstag sicher, teilt ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz mit. Dabei seien sie von einem Brandmittelspürhund und einem Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts unterstützt worden. Hinweise auf eine Fremdbeteiligung hätten sich nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht ergeben. Die bisherigen Erkenntnisse würden auf eine Ursache im Inneren des Gebäudes hindeuten. Bis um etwa 22 Uhr sind die Einsatzkräfte am Freitag vor Ort, das Wohnhaus wird zum Schluss mit einem Zaun abgesperrt. Der Schutt wird auf den Parkplatz beim Feuerwehrhaus gebracht und abgelöscht. Ein Mitarbeiter der Bayernwerke kappt den Strom für das abgebrannte Gebäude, die evakuierten Anwohner können abends wieder in ihre Wohnungen zurück. Freitagabend treffen sich einige Chamerauer Feuerwehrkameraden und besprechen den Einsatz. „Es war eine gedrückte Stimmung“, erzählt Bürgermeister Stefan Baumgartner: „Für mich wird der Tag immer in Erinnerung bleiben. Es war mein schlimmstes Erlebnis als Bürgermeister.“

Chaotische Situation beim Eintreffen der Einsatzkräfte

Kreisbrandrat Stahl, der als einer der ersten am Einsatzort war, erinnert sich an den Beginn: „Der Anfang war chaotisch. Das Haus brennt und du weißt nicht, was los ist.“ Zu diesem Zeitpunkt steht auch noch eine Folgeexplosion im Raum. „Es war Chaos, überall lagen Trümmer. Ich hatte ein brutal mulmiges Gefühl“, betont Baumgartner. Zu diesem Zeitpunkt ist auch unklar, ob sich noch Personen im Haus befinden. „Das wollte ich mir gar nicht ausmalen“, sagt er. Das Risiko für den Einsatz von Atemschutzträgern sei im Inneren des Hauses zu hoch gewesen, eine Rettungsaktion wohl unmöglich. Auch dass niemand auf dem Gehweg vor dem Haus stand, als die Explosion stattfand, sei Glück im Unglück gewesen, so Baumgartner. Gelöscht wird aus der Entfernung oder mit der Drehleiter. Das Horrorszenario, dass in dem alten und engen Siedlungsgebiet noch mehr Häuser brennen, können die Einsatzkräfte abwenden. „Das Haus kann man nicht mehr retten. Der Keller steht einen Meter hoch unter Wasser und das Dach wurde abgetragen“, sagt Baumgartner. Auch an den umliegenden Gebäuden richtet die Explosion Schäden an – etwa an Fenstern oder Zäunen. Gutachter sollen demnächst die genaue Schadenssumme bestimmen. Baumgartner selbst zeigt sich am Montag erleichtert, dass das Wochenende – Freitag beschäftigte ein Rohrbruch den Bauhof bis um 3 Uhr nachts und am Sonntag fand ein Festakt mit Bischof Rudolf Voderholzer statt – geschafft ist. Trotz des herausfordernden Einsatzes zieht er ein positives Fazit: „Die Rettungskette hat hervorragend funktioniert. Das Wichtigste ist jetzt, dass die Verletzten wieder gesund werden.“ Der 29-jährige Bewohner des Hauses, der bei der Explosion schwerste Brandverletzungen erlitt, befinde sich noch im Krankenhaus, teilt die Polizei am Montag mit. Einige leicht verletzte Personen wurden am Freitag vor Ort versorgt. Baumgartners Dank geht an alle Helfer und die Anwohner für ihre Kooperationsbereitschaft. Ähnlich zufrieden zeigt sich Kreisbrandrat Stahl: „Es ist gut gelaufen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei lief auch einwandfrei.“ Verletzte Einsatzkräfte habe es nicht gegeben.

Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.