Zehn Sitze für das Kötztinger Land

11. März 2026: Der Altlandkreis Kötzting ist nur mehr mit zehn Mandaten im Chamer Kreistag vertreten
Stimmenkönig

Nur mehr mit zehn Mandaten ist das Kötztinger Land im neuen Chamer Kreistag vertreten. Bisher stellte der Altlandkreis Kötzting 17 Kreisräte.

Die Hohenbogenliste (HBL) zieht wieder mit vier Vertretern in den Kreistag ein. Gewählt wurden Markus Müller, Dr. Stefan Enderlein, Heinz Niedermayer und Andreas Brunner. „Ein sehr gutes Ergebnis. Wir sind zufrieden“, sagt Listenführer Heinz Niedermayer, der momentan auch Vorsitzender der Gruppierung ist. Das gute Abschneiden der HBL sei umso höher zu bewerten, weil mit dem Einzug von acht AfD-Kreisräten bei anderen Listen Stimmen abwanderten. „Wir konnten unser Ergebnis nahezu halten“, sagt der Rimbacher Bürgermeister. Jetzt allerdings richten sich die Blicke auf die Landrats-Stichwahl in gut zwei Wochen. Die Hohenbogenliste spricht eine klare Wahlempfehlung für CSU-Kandidat Michael Multerer aus. „Noch in dieser Woche finden Gespräche zur weiteren Abstimmung des Wahlkampfes statt“, kündigt der 55-Jährige an.

Stefan Baumgartner „Stimmenkönig“

„Stimmenkönig“ im Altlandkreis Kötzting ist Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner, der bereits in seine dritte Periode als Kreisrat geht. 27.970 Stimmen entfielen auf den CSU-Politiker – 3.000 mehr als bei der Wahl vor sechs Jahren. Während die Kreistagsliste der CSU ein Stimmenminus von 3,7 Prozent zu verbuchen hat, konnte Baumgartner sein Ergebnis noch einmal verbessern. „Das macht mich schon ein bisschen stolz“, sagt er im Gespräch mit unserer Mediengruppe.

„Sehr überrascht“ von seinem Wahlergebnis, natürlich im positiven Sinn, ist Markus Müller. Er war auf der Hohenbogenliste auf Platz zehn angetreten und holte das beste Ergebnis der Gruppierung. „Ich hätte nicht damit gerecht, dass ich am Schluss auf Platz eins lande“, sagt er. Müller, der seit 2002 dem Kreistag angehört und als stellvertretender Landrat die gesamte Themenpalette der Kreispolitik im Blick haben muss, freut sich, noch einmal mitarbeiten zu dürfen: „Eigentlich wollte ich mich komplett aus der Politik zurückziehen. Im Herbst habe ich mich dann aber bereit erklärt, zumindest bei der Kreistagswahl noch einmal anzutreten.“ Auch Müller kündigt „maximale Unterstützung“ für CSU-Landratskandidat Michael Multerer an. „Der Mich’ ist seit 18 Jahren Bürgermeister und hat als Kreisrat viel Erfahrung als Kommunalpolitiker. Der Mich’, der kann’s“, zitiert Müller den Wahlslogan des Kandidaten.

Über ein „sensationelles Ergebnis“ für die Freien Wähler bei der Kreistagswahl freut sich Bad Kötztings Bürgermeister Markus Hofmann. Alle drei Freie Wähler-Listen zusammen genommen haben die CSU überholt – und das sei „wirklich klasse“, stellt der Rathauschef fest. Dass die FW aus dem Kötztinger Bereich zum ersten Mal eine eigene Liste gegründet hatte, habe sich bewährt. „Besonders freut es mich, dass nun der Vorwurf entkräftet wird, wir hätten vorher vor allem Parteilistenstimmen abgegrast.“ 312.182 Stimmen konnte allein die Liste der Kötztinger Freien Wähler für sich verbuchen – „und das, obwohl wir dieses Mal auch keinen Landratskandidaten auf der Liste hatten.“

Mit 24.848 Stimmen kann der 50-Jährige fast an sein letztes Ergebnis anknüpfen. Fünf FW-Politiker aus dem Kötztinger Bereich sind in den nächsten sechs Jahren wieder im Kreistag vertreten: Neben Hofmann sind das Landtagsabgeordneter Julian Preidl, Blaibachs Bürgermeisterin Monika Bergmann, Arrachs Bürgermeister Gerhard Mühlbauer und Zandts Bürgermeister Hans-Jürgen Laumer. Für Robert Riedl und Dr. Thomas Klyscz allerdingst reichte es nicht mehr.

„Die CSU wird künftig die Freien Wähler brauchen, um Mehrheiten zu bilden“, zieht Hofmann Bilanz. Und umgekehrt sei das natürlich auch der Fall, räumt er ein. Als Nächstes gehe es darum, die Werbetrommel für Christian Schindler zu rühren: Am kommenden Samstag komme der FW-Landratskandidat zum Starkbierfest zum Linderbräu, kündigt Hofmann schon mal an.

Zitterpartie für Carola Höcherl-Neubauer

Die reinste Zitterpartie war die Kreistagswahl für CSU-Politikerin Carola Höcherl-Neubauer. Während die bisherige Kreisrätin bis zum frühen Montagabend noch damit rechnen konnte, ihre Amtszeit zu verlängern und sogar die ersten Glückwünsche erhielt, kam gegen 21 Uhr die Wende. Nachdem die letzten Bezirke ausgezählt waren, rutschte sie um einen Platz ab und führt nun mit 17.555 Stimmen die Nachrücker an. Doch die Bad Kötztingerin lässt sich nicht entmutigen. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“, sagt sie.

Nun gehe es vor allem darum, alle Kräfte für Michael Multerer zu mobilisieren. Falls der CSU-Landratskandidat dann am übernächsten Sonntag das Rennen gegen Christian Schindler machen würde, bekommt Carola Höcherl-Neubauer den frei gewordenen Sitz im Kreistag. Die Stadtmarketing-Vorsitzende ist optimistisch: „Ich stehe in den Startlöchern.“ 

Info

Aus dem Altlandkreis Kötzting wurden folgende Kreisräte gewählt: Stefan Baumgartner (CSU), Paul Roßberger (CSU), Franz Müller (CSU), Markus Müller (HBL), Karl-Heinz Niedermayer (HBL), Markus Hofmann (FW), Julian Preidl (FW), Monika Bergmann (FW), Gerhard Mühlbauer (FW) und Hans-Jürgen Laumer (FW)
  

Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.
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