Gratis-Paradiese für die Bienen

27. März 2020 : Der Obst- und Gartenbauverein Chamerau setzt sich für die Artenvielfalt ein. Der Kreisverband bietet dafür kostenlos Saatgut an.

 Chamerau. Nachdem im vergangenen Jahr die Aktion "Blühflächen" landkreisweit ein sehr großer Erfolg wurde, wird diese Aktion auch in diesem Jahr weiter gefördert. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Cham bietet über die Gartenbauvereine deshalb auch heuer wieder Blühsamenmischungen an.

 Mehr als 1500 Personen, Gemeinden und Institutionen haben sich im Jahr 2019 im Landkreis Cham an der Aktion zur Förderung von Blühflächen beteiligt und dieser zu einem sehr großem Erfolg verholfen. Die Förderung von Blühflächen durch die Bereitstellung von Saatgut wird deshalb auch 2020 fortgeführt. Der Kreisverband stellt wieder kostenloses Saatgut für Blühflächen zur Verfügung, das über die Gartenbauvereine bestellt und verteilt wird.

 Der Obst- und Gartenbauverein möchte mit dieser Aktion im Jahr 2020 zeigen, dass Artenvielfalt im Garten durch naturnahe Gestaltung Raum verschafft werden kann. Der Samen für eine Blumenwiese organisierte wieder der Vorsitzende des OGV Chamerau, Klaus Irrgang. Es gibt den vom Landratsamt erhaltenen Samen an interessierte Gartler weiter.

 Wie Klaus Irrgang dazu ausführte, enthalten entsprechende Saatgutmischungen eine Vielzahl von Wildblumen, darunter Ringelblumen, Lein, Wiesennelken, Kornblumen, Chrysanthemen, Mohn, Sommerwicke, Buchweizen, Rotklee und Bitterlupine. Diese Pflanzen eignen sich hervorragend als Futterquelle für Bienen.

 Spritzmittel schädigen Bienen

 Die mehr als 50 verschiedenen Blumenarten mit Blütezeiten von Mai bis Oktober haben eine Wuchshöhe von maximal 60 Zentimetern. Die Honigbienen selbst benötigen die für sie richtige Ernährung - Pollen, Nektar, Honigtau und Wasser. Auch Baumobst wie Äpfel, Kirschen, Birnen oder Zwetschgen bieten Futter für die Bienen. Hinzu kommt das Wildobst. Hier stehen die Felsenbirne Kornelkirsche, Haselnuss oder Schlehe an erster Stelle. Im Obstgarte kann die Blütezeit durch Bepflanzen von Baumscheiben verlängert werden.

 OGV-Vorsitzender Irrgang stellte fest, dass der Einsatz von Spritzmitteln seit Beginn der 1990er Jahre zu riesen Problemen für Bienen geführt habe. Schon geringste Dosen von Spritzmitteln reichten aus, um die Lernfähigkeit der Bienen zu schädigen. "Wenn die Bienen weg sind, ist das Überleben der Menschen akut in Gefahr", warnte er. Deswegen müsse man dem entgegenwirken und vermehrt darauf achten, Futterquellen für Bienen und Insekten zu schaffen.

 Aus einem Stück Rasen eine Blumenwiese zu machen, ist aber nicht immer ganz so einfach. Die Rasengräser wie das Weidelgras oder die Rispe sind in der Regel deutlich Konkurrenz stärker als die eingesäten Wiesenblumen. Deshalb muss vor der Einsaat der Grasbestand deutlich reduziert werden. Dies kann mit einer Fräse oder einem mehrmals über Kreuz eingesetzten Vertikutiergerät erfolgen.

 Die Einsaat einer Blumenmischung kann dann bevorzugt im zeitigen Frühjahr geschehen. Dabei ist zu beachten, dass die Blumensamen sehr flach auf maximal ein bis zwei Zentimeter Bodentiefe abgelegt werden, da die Blumen meistens Lichtkeimer sind. Ein leichtes Andrücken nach der Saat kann besonders bei Trockenheit den Aufgang der Pflanzen sichern. Ist es während des Keimens der Blumen sehr trocken, ist eine Bewässerung notwendig. Sollten viele unerwünschte Konkurrenten aufkommen, kann man den Blumen durch einen hohen "Schröpfschnitt" helfen. Das heißt, mit einem ganz hoch eingestellten Rasenmäher oder einer Sense werden die Wildkräuter auf etwa fünf bis sechs Zentimeter Höhe abgemäht. Wichtig ist, dass auch die verblühten Blumen stehenbleiben, damit der Samen ausfallen kann.

 Margerite aus Charakterpflanze

 Einfacher ist das Anlegen einer Blumenwiese auf nährstoffärmeren Flächen, denn dann stellen sich auch ohne Einsaat meist eine Vielzahl verschiedener Blumen ein. Eine Charakterpflanze dieser nährstoffärmeren Flächen ist häufig die Magerite. Werden solch Flächen weiterhin nährstoffarm gehalten, kann sich die Blumenwiese über viele Jahre erhalten. Bedingt durch unser saueres Ausgangsgestein im Bayerischen Wald ist aber alle zwei bis drei Jahre eine Erhaltungskalkung mit kohlensaurem Magnesiumkalk sinnvoll.

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