Lederdorn wird bald gesperrt

30. September 2019 : Die Arbeiten an der Ortsumgehung liegen im Plan, bald wird die Durchfahrt für mindestens vier Wochen noch einmal gesperrt.

Chamerau/Lederdorn. Es sind alleine sechs riesige Kipplaster, sogenannte Dumper, die das Erdreich, die vielen Tausend Kubikmeter Erdreich, die am Gänsberg abgetragen werden müssen, in den Bereich Richtung Kläranlage Chamerau fahren. Hier wird Platz geschaffen für die Landschaftseinschnitte für die Ortsumgehung von Lederdorn. Dr. Richard Bosl, beim Straßenbauamt Regensburg als Abteilungsleiter für den Landkreis Cham zuständig, hat gemeinsam mit dem Bauleiter vor Ort, Norbert Mezei, uns Bauaufseher Ludwig Schauer zum Gespräch in den Baucontainer unweit der Firma Uvex geladen. Denn die Baustelle kommt gut voran, und darum wird die Ortsdurchfahrt von Lederdorn bald noch einmal für mindestens vier Wochen gesperrt, um die Anschlussstelle West von Chamerau in Richtung Lederdorn bauen zu können.

Der Plan für die Baustelle nimmt mehr als eine Wandbreite im Container ein. Anhand der Karte erklärt Mezei, was seit der letzten Sperrung der Ortsdurchfahrt von Lederdorn im Mai alles passiert ist und wie es weitergeht beim Zwölf-Millionen-Projekt. Die größte Baustelle sei derzeit eben der Geländeeinschnitt am Gänsberg. Er spricht von mehreren 10 000 Tonen, die hier bewegt werden müssen. Für die Baumaschinen sei die Straße bereits durchgängig befahrbar-wenn es nicht regnet. Denn einen Belag hat die Straße noch nicht, und wenn der Boden zu sehr aufweicht, dann kommen die tonnenschweren Baugeräte nicht mehr durch. Darum sei gerade im Herbst das Wetter der entscheidende Faktor für den Baufortschritt. Wenn alles glatt laufe, könne die Straße ab Mitte Oktober noch einmal - und zum letzten Mal - gesperrt werden. Zwei der insgesamt fünf Regenrückhaltebecken, die das vom Berg herablaufende Wasser auffangen sollen, seien schon fast fertig. Die Arbeiten für die notwendigen Entwässerungs-Anlagen mit einer Vielzahl an Schächten liefen parallel.

Weitere Faktoren zur Sperrung

Ein weiterer Faktor für den Zeitpunkt der Vollsperrung seien weitere Großbaustellen im Landkreis, die derzeit liefen, erklärt Dr. Bosl - und notwendige Sanierungsarbeiten an der unweit gelegenen Regenbrücke auf der Staatsstraße bei Chamerau. Hier werden, wenn die Straße durch Lederdorn ohnehin gesperrt sei, gleichzeitig auch die notwendig gewordenen Arbeiten an der Übergangskonstruktion - jenem Bereich, der die Straße am Übergang zur Brücke verbindet - erledigt.

Die Umleitung werde während der Sperrung wieder über Miltach und Blaibach führen, erklären die Männer vom Straßenbauamt. Während der Anschluss-Bauarbeiten werde außerdem noch etwas gemacht, das eher Seltenheitswert genieße, erklärt Ludwig Schauer: "Die alte Straße wird zurück gebaut." 

Damit die Arbeiten weiter gut vorangehen un der Termin für die Freigabe der Ortsumgehung von Lederdorn im Herbst kommenden Jahres gehalten werden kann, sind nicht weniger als 15 Mitarbeiter jeden Tag auf der Baustelle beschäftigt. "Wir haben hier ein sehr gutes Equipment und viel Power auf der Baustelle", lobt Dr. Richard Bosl. 

Ziel wäre der Frostschutz

Wenn es nach Robert Mezei geht, würde er gerne noch vor Winterbeginn den Frostschutz auf der gut drei Kilometer langen künftigen Fahrbahn der Ortsumgehung aufbringen, das wäre das Ziel für dieses Jahr. Sollte das aber nicht mehr gelingen, würde auch das den Eröffnungstermin nicht gefährden, solange es keinen außergewöhnlich harten und andauernden Winter geben werde.

Während die Autofahrer sich ab Mitte Oktober also auf weitere leichte Behinderungen bei ihrer Fahrt aus Richtung Altlandkreis Kötzting in die Kreisstadt Cham und darüber hinaus einstellen können, freuen sich die Einwohner des Dorfes Lederdorn wohl schon wieder darauf. Denn schon während der ersten Sperrung im Mai hatten sie zum ersten Mal überhaupt keinen Verkehr im Ort und absolute Ruhe - und einen Vorgeschmack darauf, wie es einmal sein wird, wenn die seit Jahrzehnten von ihnen geforderte Ortsumgehung endlich fertig ist und der täglich rund 10000 Fahrzeuge zählende Verkehr nicht mehr durchs Dorf fährt.