MdL Albert Füracker ehrt Feldgeschworenen für langjähriges Ehrenamt

24. April 2026: Der Feldgeschworene Franz Wittmann scheidet aus seinem Amt – seit 1986 hat er dieses unentbehrliche Ehrenamt bekleidet.
Ko Che Bürgermeister Stefan

Chamerau. Ein 40-jähriges Wirken als Feldgeschworener ist ein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement, das in Bayern oft mit der Ehrenurkunde des Bayerischen Staatsministers der Finanzen und für Heimat gewürdigt wird. Feldgeschworene, auch „Siebener“ genannt, bilden das älteste kommunale Ehrenamt und sind für die Sicherung von Grundstücksgrenzen sowie die Unterstützung der Vermessungsämter zuständig.

Nach einer Dienstzeit von 40 Jahren scheidet der Feldgeschworene Franz Wittmann aus Chamerau auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Dienst aus. Dazu wurde er von Bürgermeister Stefan Baumgartner offiziell bei der April-Gemeinderatssitzung verabschiedet. Des Weiteren war Johannes Bayer, der Vorsitzende des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Cham, zugegen, welcher im Namen des Freistaates Bayern sowie in Vertretung des Landtagsabgeordneten Albert Füracker eine Dankesurkunde für vierzigjährige, verdienstvolle Tätigkeit als Feldgeschworener nebst einer Buchgabe und einer Urkunde seitens der Bayerischen Vermessungsverwaltung aushändigte.
Bei der Ehrung blickte Johannes Bayer zurück auf die Pflichten und Aufgaben eines Feldgeschworenen. Es ist das Älteste noch erhaltene kommunale Ehrenamt. Die Feldgeschworenen gelten als Bewahrer der Grenzen und Abmarkungen. Sie fungieren als Schnittstelle zwischen dem Vermessungsamt und der Bevölkerung. Als vorrangige Verpflichtungen sind die Mitwirkung bei Abmarkungsmaßnahmen, die Instandhaltung der Grenzmarkierungen, die Beobachtung des Zustandes der Gemeindegrenzen sowie die Durchführung von Grenzbegehungen zu nennen. Johannes Bayer sprach auch darüber, was das „Siebener-Geheimnis“ bedeutet. In der Vergangenheit markierten die Feldgeschworenen die Position der Grenzpunkte unter Verwendung von geheimen Markierungen. Die als Siebenerzeichen bezeichneten Objekte, zumeist aus Ton gefertigt, wurden an einer spezifischen, geheimen Örtlichkeit nahe oder unterhalb eines Grenzsteins platziert, welche ausschließlich dem Feldgeschworenen bekannt war. Die Feldgeschworenen erkannten anhand der Beschaffenheit und Position der Zeichen, ob eine Veränderung des Steins vorgenommen wurde.  
Im Rahmen der Aushändigung der Ehrenurkunde führte Bürgermeister Stefan Baumgartner aus, dass Franz Wittmann seit dem Jahr 1986 als Feldgeschworener in Chamerau tätig gewesen sei und sein Ehrenamt stets in mustergültiger Art und Weise wahrgenommen habe. So konnte er auch immer als Vermittler zwischen Antragsteller und Vermessungsamt wirken, da er über umfassende Ortskenntnis verfügte.
Die Auszeichnung für 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Feldgeschworener stellt eine außergewöhnliche Würdigung dar. Wie viele Steine Du dort vergraben, wie viele Fluchtstäbe Du gesetzt, wie viele Nägel Du eingeschlagen oder wie viele Abmarkungskreuze Du in die Granitsteine eingeschnitten hast?
Es war immer vorteilhaft für die Gemeinde, dass Du als Landwirt tätig warst und stets Zeit unter dem Tag hattest. Es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass ein Feldgeschworener unverzüglich zur Stelle ist, wenn der Bürgermeister sich meldet oder eine Vermessung bevorsteht, lieber Franz; hierfür möchte ich Dir meinen aufrichtigen und tief empfundenen Dank aussprechen.
Ein Geschenk in Form einer silbernen Gedenkmünze wurde ihm von Bürgermeister Baumgartner überreicht, der ihm für seine Zuverlässigkeit und Treue über die vielen Jahre dankte, und seiner Frau Maria wurde vom Gemeindeoberhaupt ein schöner Blumenstrauß.