Neuer Pfarrvikar stellt sich Chamerauern vor

21. September 2020 : Kirche Lawrence Emmareddy feierte seine erste Messe in Chamerau - Gemeinsam Kirche leben, er will die Freude am Glauben wecken und vertiefen.

 Chamerau. „Sei Diener der Freude, Diener der Freude an Gott und seinem Evangelium, an den Menschen und ihren Hoffnungen und Sorgen, um mit den Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft den Weg der dienenden Liebe zu gehen!“ Diese Worte gab Pfarrer Kilian Limbrunner in seinen Begrüßungsworten dem neuen indischen Pfarrvikar Lawrence Emmareddy mit auf seinen zukünftigen Weg als neuer Seelsorger der Pfarrei. Trotz aller Unterstützung die dem „Neuen“ zuteil kommen wird, dürfte es für Pfarrvikar Lawrence Emmareddy eine große Umstellung bedeuten. Eine neue Wirkungsstätte bedeutet auch Eingewöhnungszeit. Da kommen zur normalen Seelsorgearbeit ein Umzug hinzu, ein neues Umfeld, viele neue Menschen und dazu noch der gewöhnungsbedürftige bayerische Dialekt. “Sei willkommen, wir nehmen dich dankbar und gerne als unseren neuen Seelsorger bei uns auf. Wir wollen zu dir stehen und mit dir zusammenarbeiten zum Lobe Gottes und zum Heil der Menschen”. „Wir freuen uns, dass Du da bist“! Den Gottesdienst zelebrierten neben Pfarrer Limbrunner auch Diakon Harald Schneider und Pfarrvikar Emmareddy.

 In der Pfarreiengemeinschaft Chamerau, Runding und Lederdorn wird Pfarrer Kilian Limbrunner in der Ausübung seiner vielfältigen Aufgaben nun durch einen Pfarrvikar unterstützt. Neben Pfarrer Kilian Limbrunner und Pfarrer Stanislaus Slabon wirken noch Diakon Harald Schneider und nun Pfarrvikar Lawrence Emmareddy bei Andachten, Gottesdiensten, Festtagen, Bittgängen und Wallfahrten mit. Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Chamerau wurde der neue Pfarrvikar am Sonntag herzlich willkommen geheißen.

"Ja, ich komme, o Herr, deinen Willen zu tun"

 Mit einem Grüß Gott! Mein Name ist Lawrence Emmareddy ich komme aus Südindien, Tamil Nadu stellte sich der neue Pfarrvikar nach dem Evangelium der Pfarrgemeinde vor. Seit 23 Jahren sei er nun Priester, leitete einige Zeit eigene Pfarreien in seiner Heimat und hat bereits fünf Kapläne ausgebildet bevor er für drei Jahre nach Amerika ging.

 Bereits als Kind war das Leben von Pfarrvikar Lawrence Emmareddy vom Glauben geprägt. Als er sich dann als junger Mann dazu entschied, Priester zu werden, wollte er das nicht in seiner Heimat tun: Sein Wunsch war es, als Missionar den Glauben zu verbreiten.

 Das tat er in Indien, Amerika und seit einigen Jahren in Deutschland - als Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Pfeffenhausen-Niederhornbach-Rainertshausen-Pfaffendorf und in der Pfarreiengemeinschaft Neustadt a.d. Donau - Mühlhausen, aus der er nun Abschied genommen hat. Der Geistliche wurde 1970 in Südindien, Tamil Nadu geboren. Meine Eltern sind einfache Bauern. Obwohl sie fast nie in der Schule waren, haben sie allen ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht. Ich habe drei Geschwister, von denen der jüngste Bruder auch ein Priester ist. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich in eine gut katholische Familie hineingeboren und aufgewachsen bin. Als Kind habe ich jeden Tag am Morgen an der Messe teilgenommen und am Abend vor dem Abendessen am Familienrosenkranz. Ohne Familiengebet kein Abendessen! Das gilt auch jetzt noch, wenn ich als Priester meine Eltern besuche! Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich über die Priesterweihe nachgedacht, als ich einmal in der Nachbarkirche gebetet habe. Dieser Wunsch wurde sehr bestärkt, als ich meine zwei Tanten, die Ordensschwestern sind in ihrem religiösen Leben beobachten konnte. Deswegen bin ich nach meinem Abitur ins Priesterseminar eingetreten. Aber meine Sehnsucht Priester zu werden wurde immer wieder angesichts der Leiden meines blinden Bruders auf die Probe gestellt. Jedoch nach einem Besuch bei Mutter Teresa in Kalkutta zusammen mit meinen anderen Seminaristen half mir meine Unschlüssigkeit zu überwinden. Am 24. April 1997 wurde er zum Priester- in seinem Nachbarbundesland Andra Pradesh für die Diözese Nellore geweiht. Getreu seines Primizspruches: „Ja, ich komme, o Herr, deinen Willen zu tun“, (Psalm   40,8-9) hat er bisher in unterschiedlichen Orten mit verschiedenen Leuten und Herausforderungen gearbeitet. 

 Am Anfang sei es für ihn schwierig gewesen: Zwar hat er in Indien bereits drei Sprachkurse absolviert, bevor er 2015 nach Deutschland gekommen ist, doch sei die Sprachbarriere ein großes Problem gewesen. Schließlich dient die Sprache als Werkzeug eines Priesters. Deswegen war lernen angesagt. In Deutschland besuchte er drei weitere Sprachkurse. Er ist dankbar, dass ihm sein damaliger Pfarrer Günter Müller die nötige Zeit gegeben hat, sich mit der Sprache vertraut zu machen. “Deutsch ist eine schwere Sprache“, betont Emmareddy. „Gott will unser Bestes, ohne Wenn und Aber“. Natürlich versuche ich als Pfarrvikar mein Bestes zu geben. Ich will die Freude am Glauben wecken und vertiefen. Ich hoffe mit Euch liebe Pfarrangehörige, dass wir eine gute, gemeinsame Zeit haben werden.

 Einen herzlichen Willkommensgruß entbot vor dem Schluss-Segen Veronika Nerud für den Pfarrgemeinderat, sie wünschte zusammen mit den Gläubigen der Pfarrei dem Pfarrvikar, dass er sich schnell einlebt, Anschluss findet und ihm das Vertrauen der Gläubigen entgegengebracht wird. Aber auch, dass er sich in der Pfarreiengemeinschaft wohlfühlt.

 Geduld und Offenheit

 Nach dem Gottesdienst lud der Pfarrgemeinderat vor der Kirche zu einem Stehempfang ein, bei dem bedankte sich Pfarrvikar Lawrence Emmareddy in vielen Gesprächen mit den anwesenden Gläubigen für den freundlichen Empfang und die Einführung in die Pfarrei. „Ich bin mir sicher, dass mit Geduld, Offenheit und Gottvertrauen vieles in der Pfarreiengemeinschaft möglich sein wird. So beginne ich mein seelsorgerisches Wirken in der großen Hoffnung, dass wir gemeinsam Kirche leben, die wirklich für jeden einzelnen zum Gewinn und die Freude am Glauben weckt und vertieft wird“.