„Rettung“ in schwindelerregender Höhe

20. April 2026: Erste gemeinsame Übung von Further Bergwacht und Feuerwehr auf der B20-Brücke
Kinderfeuerwehr Chamerau

Ihre Einsatzmetiers könnten kaum unterschiedlicher sein, doch am Samstagvormittag zeigte sich, dass sie problemlos Hand in Hand arbeiten können, um anderen zu helfen. Die Rede ist von der Bergwacht-Bereitschaft Furth im Wald und der Stadtfeuerwehr. Im Rahmen einer groß angelegten Einsatzübung haben beide auf der am Wochenende gesperrten Chambtal-Brücke der B20 ein anspruchsvolles Rettungsszenario trainiert. Angenommen wurde ein Arbeitsunfall.

Ein Bauarbeiter war bei Kontrollarbeiten an der Brücke ins Straucheln geraten und über das Geländer gestürzt. Ein Sicherungssystem hatte den Verunglückten in etwa zwei Metern Tiefe aufgefangen. Unter der Leitung des zweiten Kommandanten der Further Feuerwehr, Ralph Multerer, und Bergwacht-Bereitschaftsleiter Georg Hofstetter wurden insgesamt drei unterschiedliche Rettungsszenarien durchgespielt. Feuerwehrkommandant Franz Stoiber war Koordinator der gesamten Einsatzvorbereitung und -durchführung. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der beiden Rettungsorganisationen zu vertiefen und den Umgang mit den jeweils anderen Gerätschaften zu erproben.

Drei Übungsszenarien

Im ersten Szenario erfolgte die Rettung durch Abseilen unter Einsatz der Drehleiter. Ein Bergwachtler wurde dabei mithilfe der Drehleiter zum Dummy hinabgelassen und sicherte diesen vor Ort. Anschließend wurden beide kontrolliert bis zum Boden abgeseilt, wo der weitere Abtransport des Verletzten hätte erfolgen können. Dabei waren zahlreiche präzise Handgriffe notwendig, die ein hohes Maß an Abstimmung zwischen den Einsatzkräften erforderten, denn Sicherheit geht bei solchen Rettungsaktionen immer vor.

Die zweite Übung ging von der Annahme aus, dass sich unter der Brücke ein Fluss befindet und eine Bergung nach oben erforderlich ist. Zwei Mitglieder der Bergwacht wurden zum Verunfallten abgeseilt. Gemeinsam mit dem Dummy wurden sie anschließend mithilfe der Drehleiterbesatzung wieder auf die Brücke hinaufgezogen. Diese Methode kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn eine Rettung nach unten nicht möglich ist. Abseilvorgänge aus Höhen von bis zu 100 Metern seien dabei technisch umsetzbar, wie die Einsatzkräfte erläuterten.

Im dritten Szenario befand sich der Dummy in rund 30 Metern Tiefe am Boden. Ein Bergwachtretter wurde zum Verunglückten abgeseilt und sicherte diesen. Anschließend wurde der Dummy mithilfe der eingesetzten Gerätschaften und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr mittels der Drehleiter wieder nach oben auf die Brücke gerettet. Die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften lief in allen drei Szenarien durchgehend über Funk.

Vom nahe gelegenen Fahrradweg aus hatten mehrere Zuschauer die Rettungsübungen verfolgt. Unter ihnen war auch eine Abordnung der „Chamerauer Löschzwergerl“, der Kinderfeuerwehr der FFW Chamerau, die das Geschehen mit großem Interesse verfolgte. Auch Josef Weindl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, verfolgte die Übung von der Brücke aus. Sein Besuch galt als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den beiden Rettungsorganisationen, wie er sagte. Gleichzeitig betonte Weindl die sehr gute Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehr, Bergwacht, DLRG und weiteren Hilfsorganisationen im Landkreis Cham. Sie würden eng und effektiv zum Wohle der Bevölkerung zusammenarbeiten, was andernorts nicht immer selbstverständlich sei.

Während der gesamten Übung arbeiteten Feuerwehr und Bergwacht eng und abgestimmt zusammen. Besonders im Fokus stand das gegenseitige Kennenlernen von Ansprechpartnern und Ausrüstung. Für die Bergwacht war es zudem wichtig, potenzielle Fixpunkte an der Drehleiter kennenzulernen.

Die beiden Einsatzleiter Ralph Multerer und Georg Hofstetter zeigten sich im Anschluss sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Sie betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit und des persönlichen Kennenlernens der Einsatzkräfte. Auch Feuerwehrkommandant Franz Stoiber lobte die reibungslose Kooperation und den hohen Ausbildungsstand. So gesehen habe es sich gelohnt, dass die Ehrenamtlichen an diesem Samstagvormittag ein paar Stunden ihrer Freizeit geopfert hatten – letztendlich im Ernstfall zum Wohl der Allgemeinheit.

Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.