Uvex feiert 50 Jahre Lederdorn

28. September 2019 : Mit 170 Gästen feiert das Unternehmen den Standort in Lederdorn, der weiter zukunftsweisend bleiben soll.

Chamerau/Lederdorn. Der berühmte Satz: "Heimarbeiter habe ich im Bayerischen Wald gesucht, mir einer Fabrik bin ich nach Hause gekommen" prangt in großen Werkshalle bei Uvex in Lederdorn. Es war im August 1969, als Rainer Winter, der damalige Chef der Firma Uvex, den Sitz in Lederdorn offiziell beantragte. Am Freitag ist es sein Enkel Michael Winter, der für die Unternehmerfamilie Winter/Grau seinen Dank den anwesenden Mitarbeitern und Ehemaligen ausdrückt.

170 Gäste sind zum Fest in die Halle gekommen, in der vor 50 Jahren alles begonnen hatte. Dr. Michael Dannhauser, kaufmännischer Geschäftsführer von Uvex Sports, zu dem das Werk in Lederdorn gehört, sägt über die Niederlassung: "Mit 50 ist man nicht alt, man hat Erfahrung gesammelt." Michael Winter wirft anschließend einen sehr persönlichen Blick auf die Anfänge des Werkes, das so alt sie wie er selbst. Hier fällt zum ersten Mal der Name des früheren Lederdorner Bürgermeisters und Ehrenbürgers Vitus Irrgang. "Wir haben viele Urlaube bei ihm und Liesl gemacht", erinnert sich Winter.

Pilze sammeln mit Vitus Irrgang

Der vor vier Jahren verstorben Vitus Irrgang haben seinen Großvater Rainer Winter auf die Knopffabrik aufmerksam gemacht, als der auf der Suche nach Heimarbeitern nach Lederdorn kam und - wie bekannt ist - eine Fabrik nach Hause brachte. Es sei gerade diese Verbindung, die ihn sehr eng an das Werk in Lederdorn binde, erklärt Michael Winter. Schwammerl suchen mit Vitus Irrgang, Urlaub auf dem Reiterhof, legendäre Gstanzlsingen-Wettbewerbe zwischen seinem Vater und Irrgang. 

Über 90 Jahre gebe es die Firma Uvex, seit 50 Jahren präge das Werk in Lederdorn das Unternehmen mit - natürlich nicht ohne gewisse Höhen und Tiefen. Auch das Werk im Bayerischen Wald müsse wettbewerbsfähig bleiben. Von der Produktion von Taucher- und Skibrillen allein ist Uvex in Lederdorn schon lange abgekommen. Es gebe diese Produkte natürlich noch, aber eben nicht nur. Helme seien dazugekommen-auch wenn der Markt für Skihelme gesättigt und der für Reithelme noch nicht voll angelaufen sei. 

Immer wieder Veränderungen

Zudem werde Skifahren immer teurer, die Winter kürzer. Die Produktion vor Ort wäre stark saisonabhängig, wenn nicht das Segment Sicherheit wäre, das aktuell zwei Drittel des Jahresumsatzes von 475 Millionen Euro der gesamten Uvex-Gruppe ausmache. Auch produziere Uvex-Gruppe ausmache. Auch produziere Uvex im Landkreis Cham nun auch für Drittfirmen, wie aktuell Schutzhelme für Stihl. Die Familie habe nie versucht, sich vom Werk in Lederdorn zu trennen, sagt er. Damit das Werk auch für die kommenden Jahre gerüstet sei, hat er auch zwei Geschenke mit dabei. Das eine ist eine Maschine ("Eine sehr teure Maschine"), mit der Brillen entspiegelt werden können - eine Technik, die außerhalb Asiens nur noch eine Firma in Frankreich und eine in Italien beherrsche. "Doch wir glauben an den Standort Deutschland", begründete Winter die neuerliche Investition.

Das zweite Geschenk ist eher nicht von so praktischer Natur, dafür umso mehr mit Uvex Lederdorn verbunden: Drei Stelen eines Künstlers aus Fürth, wo sich der Stammsitz des Unternehmen befindet. Darauf angebracht sind drei Helme: ein Reithelm, ein Skihelm und ein Schutzhelm. Sie stehen für das, was das Werk in der Vergangenheit gesichert hat und womit es in die Zukunft gehen werde. 

Eine "große Geschichte der vergangenen 50 Jahre" sieht Landrat Franz Löffler im Anschluss bei seiner Rede im Uvexstandort in Lederdorn, einen "Leitbetrieb in der Region". Er erinnert auch daran, dass der Erfolg eines Unternehmens immer von den Mitarbeitern abhänge, besonders bei Firmen, die wie Uvex global unterwegs seien. "Um auf diesem markt bestehen zu können, braucht es Qualität", zeigt er sich überzeugt. Zudem denke Uvex immer schon für den Kunden mit, was er als Nächstes brauchen könne, auch das trage zum Erfolg bei. 

Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner versicherte, dass es nicht nur ein Freudentag für das Werk und seine Mitarbeiter sei, sondern einer für die ganze Gemeinde. Die Gewerbesteuereinnahmen seien natürlich das eine, sagt er, aber noch wichtiger sei, dass die Menschen aus der Region hier auch eine Arbeit fänden, und dafür sorge Uvex in Lederdorn eben schon seit 50 Jahren. Mit einem gemeinsamen Fest mit den Mitarbeitern ging die Feier dann nach dem Mittagessen auch weiter. Zum Schluss wurden viel auch noch für ihre langjährige Treue zum Werk geehrt.