Vorfreude auf den Festtag

12. Februar 2020 : Zwölf Erstkommunikanten stellten sich in der Chamerauer Kirche vor. Ein altes Wagenrad diente Pfarrer Limbrunner als Symbol.

Chamerau. In diesem Jahr am Mittwoch, 8. April, um 19 Uhr legen die Erstkommunikanten aus der Pfarreiengemeinschaft ihr Tauferneuerungsversprechen bei einem Wortgottesdienst in Chamerau ab. Während der Abendmahlfeier am Gründonnerstag, 9. April um 18:30 Uhr, empfangen die Erstkommunikanten aus Runding, Lederdorn und Chamerau dann zum ersten Mal den Leib des Herrn. 

 Aus der Pfarrei Chamerau treten zwölf Kinder - sechs Mädchen und sechs Jungen - erstmals an den Tisch des Herrn unter dem Motto "Jesus ist in meiner Mitte und gibt mir Kraft, Mut, Vertrauen, Zuversicht und Liebe". 

 Am vergangenen Sonntag stellten sich die Kommunikanten der Pfarrgemeinde beim Gottesdienst vor. Vor den an einem Rad befestigten Bildern nannten sie ihre Namen und Wohnort und sagten, dass sie sich schon lange auf diesen Tag freuen.

 Wagenrad als Symbol

 Als Symbol für die Vorbereitung auf die Erstkommunion stand beim Seitenaltar ein altes Wagenrad, das Eltern und die Tischmütter aufgestellt hatten. Das Rad sei schon sehr alt und habe sicherlich schon viele Kilometer hinter sich gebracht, stellte Pfarrer Kilian Limbrunner fest. "Mit der Taufe hat Gott euch angenommen. Er begleitet euch auf eurem Weg", so der Geistliche weiter. "Daran sollt ihr denken, wenn es euch mal nicht so gut geht."

 Pfarrer Limbrunner erinnerte an die Zeit vor ungefähr neun Jahren, als die Kinder das Taufsakrament empfingen und die Eltern und Paten stellvertretend für sie ihren christlichen Glauben bekannt. "Jetzt seid ihr alt genug, das selbst zu tun", forderte der Geistliche die Drittklässler auf.

 "Außen herum verläuft ein Reif, der die Stabilität aller Einzelteile gewährleistet", erläuterte der Seelsorger die Bestandteile des Rades und verglich den Reif mit der Weltkirche: "Ohne diese würde alles zusammenbrechen." Für die Funktionalität sorgen auch die Speichen.

 "Wir betrachten die zwölf Stück als unsere zwölf Kommunionkinder", stellte der Geistliche fest. Dazu zählen könne man ohne Weiteres auch die Familien, Ministranten und die kirchlichen Vereine, die ebenso für Stabilität sorgen. "Je mehr Speichen vorhanden sind, desto stärker und belastbarer ist das Rad", führte der Priester vor Augen. Die Speichen verliefen in der Mitte und in der Nabe zusammen. 

 Dorthin hefteten die Tischmütter das Christus-Zeichen, die ineinander stehenden Buchstaben X und P, die das wohl am häufigsten gebrauchte Christussymbol sind. Schon die ersten Christen bezeugten mit den ersten beiden Buchstaben des Wortes "Chrristus" (der Gesalbte) ihren Glauben an Jesus Christus. Zudem benutzten sie die Buchstaben als geheimes Erkennungszeichen, besonders währen der Zeit der Christenverfolgung. 

 Das griechische CH sei ein Buchstabe und sehe aus wie das lateinische X. Der griechische Buchstabe R ist dem lateinischen P ähnlich. Die lateinischen Buchstaben PX lese man als Pax, was Friede bedeutet.

 Je weiter sich die Speichen der Mitte nähern, desto besser nähern sie sich gegenseitig, sagte Pfarrer Limbrunner. Die Kirchgänger kämen sich ebenfalls näher. In manchen Zeiten laufe ein Rad ganz ohne Schwierigkeiten. Es müsse weder geschmiert noch sonst irgendwie nachgeholfen werden, weil die Strecke passe oder sie abwärts verlaufe. Andererseits gebe es auch Phasen, in denen es steil bergauf gehe und es durchaus schwer sei, gegen die Hindernisse in der Gesellschaft zur Kirche zu gehören.

 Florierendes Pfarrleben

 In der Gemeinde selbst floriere das Pfarrleben wegen der Mitarbeit der Laien. In guten Zeiten müsse man einen Vorrat an Engagement und Glauben anlegen, um spätere Durststrecken überstehen zu können, stellte der Geistliche fest. Da die Kommunionkinder die Wegbegleitung auf dieses Sakrament als sehr schön empfänden, sollten sie von dieser Vorbereitung genügend tanken, um später davon zehren zu können.

 "Die Erstkommunion wird eine wichtige Station auf eurem noch kurzen Lebensweg sein", betonte der Geistliche. "Auf unsere Lebenswege und auf alle, die mit uns gehen, werden wir heute genauer schauen."

 Pfarrer Limbrunner begab sich zu den in der ersten Bankreihe sitzenden Erstkommunikanten und stellte Fragen zu dem zuvor gehörten Evangelium.

 Die Kinder hatten gut aufgepasst, sie konnten das Gehörte wiedergeben, wonach Jesus sagte: "Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt." Die Kinder wussten auch, dass man zum Beispiel durch Freundlichkeit, durch Schlichtung eines Streits und gute Taten zum Licht für andere werden könne und dem Leben von Mitmenschen somit Würze verleihe. Das im Altarraum gemeinsam mit Pfarrer Limbrunner gesprochene Glaubensbekenntnis und das Vaterunser schlossen sich an. Der Geistliche wünschte den Kindern "eine gute Vorbereitung und alles Gute".